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 Marktplatz am Kai

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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Di Apr 06, 2010 10:41 pm

Mit einem klirrenden Geräusch schlug ein Armbrustbolzen in dem Holzpfahl ein, über den sie eben noch gestolpert war. Dieses Dorf war wirklich seltsam.

An dem Bolzen steckte ein weiterer Zettel.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Di Apr 06, 2010 10:54 pm

„Was zum - Hua!“ beinahe wäre sie erneut gefallen. Nahra war ziemlich erschrocken. „Du bist kein Mensch“ teilte sie dem mit, der das vermutlich schon selbst wusste, wenn sie sich nicht irrte. Unwillig starrte sie auf den Zettel. „Ach komm schon! Was soll denn das?“ knurrte sie mittlerweile schon sehr patzig.
Tja das Temperament war schon etwas.. schwierig manchmal.
„Na gut, mein Lieber was hast du mir zu sagen?“ Nicht dass sie sich sicher war, dass es ein Mann war, aber es war doch einfacher, wenn es jemanden gab den Nahra sich vorstellen konnte. Die junge Frau wusste, dass sie hier ein tolles Ziel abgab. Aber sollte sie getötet werden, hätte schon längst ein Stück Holz oder Metall sich in ihr Fleisch gebohrt.
Wenigstens war etwas Wissensgier da, die Nahra dazu antrieb sich erneut den Zettel zu nehmen und aufzufalten. Bei den Göttern was sollte das hier eigentlich werden?
Ja, locken wir Nahra doch ein bisschen durch die Gegend, sie bewegt sich nicht genug. Am besten ganz zum Schluss in ein Loch im Boden, etwas Ruhe schadet ihr danach auch nicht...
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Di Apr 06, 2010 11:08 pm

"Teirm ist nah und verloren.
Ilirea fern und vor dem Verfall.
In welche Richtung mag die Waage ausschlagen?
Entscheide Dich, Tochter der Wüste."


- in der Sprache der Menschen Alagaesias, die sich von der Unsrigen unterscheidet, reimten sich die Worte.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Di Apr 06, 2010 11:30 pm

Nahra las. Dann schwieg sie. „Na? Was macht ihr, wenn ich da nicht hingehe?“ grummelte sie.
Trotz der Worte war sie nachdenklich. Teirm war verloren? Verdammt da hatte man gut handeln können. Andererseits. Bis sie zur anderen Stadt gelaufen war, war die auch gefallen.
„Gut... Wenn ich nach Teirm gehe? Was erwartet mich dann? Ich kann vermutlich in den Tod rennen wenn ich dort hin gehe. Andererseits ist das in Ilirea vermutlich auch nicht mehr anders bis ich da bin. Ich habe keine Ahnung warum ich es überhaupt mache, aber ich werde erst einmal Teirm gehen und sei es nur um einen Blick darauf zu werfen. “ murmelte sie. Oh.. Oh nein, sie hatte doch nicht ernsthaft mit sich selbst geredet? Sie drehte wohl langsam durch.
„Na schön, du hast gewonnen.“ Wandte sie sich dann in die Richtung aus der der Bolzen gekommen war. Dann würde sie wohl den Pferdezüchter wecken müssen. Zu Fuß konnte sie gleich hier bleiben.
Gut, dass dessen Haus hier angrenzte. Der Stall war etwas entfernt, aber was sollte es. Sie klopfte Hart gegen die Türe den besagten Mannes, der kurz darauf sehr verschlafen und übellaunig auf sie zu kam.
Allerdings ließ er sich angesichts des Elfenschmucks überreden. Sie gab ihm damit mehr als sein bestes Pferd wert war. Kurz darauf erfuhr er auch, dass sie nicht einmal das schönste wollte.. nur das schnellste.
Nahra saß auf. Sattel hatte sie leider vom anderen Geld zahlen müssen. Nun und dann ritt sie mit einem letzten Blick auf den Bolzen im Brett los.

Tbc; Haupttor Teirm

out: ich hoffe es stört dich nicht, dass ich etwas gezeitsprungt bin
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Di Apr 06, 2010 11:44 pm

Nachdenklich sah Josephine hinter der Fremden her und stellte die Armbrust neben sich auf den Boden.
Mehr Hinweise hatte sie Nahra wirklich nicht geben können.

Die junge Frau würde ihren Weg schon richtig wählen und tapfer bis zu Ende schreiten, da war sie sicher.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 6:12 pm

Die Kuastaner hatten die Alarmglocken gehört.
Aus allen Gassen kamen sie angelaufen, um zu sehen, was vorgefallen sei.

Dass an den Straßenmündungen Wachen standen und Waffen an die Bürger verteilten, verstörte die Dorfbewohner umso mehr. Es letzte Mal, als das Dorf bewaffnet worden war, hatte es einen Banditenüberfall gegeben, wo viele tapfere Bürger bei getötet worden waren.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 6:17 pm

Als Lyonel auf dem Platz ankam, war er mit dem Schnüren seines Lederharnisches fast fertig. Jedoch nur fast, an einigen Stellen baumelte er immer noch und scheuerte über seine Haut, aber das machte Lyonel nichts. Er hatte schon ganz andere Wunden weggesteckt, da würden ihn doch solch oberflächliche Hautreizungen nicht aus dem Konzept bringen.

Von einem Wächter bekam er einen hölzernen Schild und einen kurzen Speer in die Hand gedrückt. Speere waren zwar die Waffe des einfachen Volkes und jeder Krieger der Bürgerwehr wurde am Speer ausgebildet, um in der Phalanx sich gegen Banditen, die meistens beritten waren, zur Wehr setzen zu können, aber Lyonel wäre seine Axt, die Waffe, mit der er schon Kämpfe geschlagen hatte, irgendwie lieber gewesen.

Da in dem allgemeinen Aufruhr es aber unmöglich schien, einen besonderen Wunsch zu äußern und nach Waffen aus dem Zeughaus zu fragen, musste er sich wohl mit einem Speer zufrieden geben.

Wie auch immer, auch damit würde er seinen Mann zu stehen wissen, was auch immer da drohte.

Angespannt und immer noch damit beschäftigt seinen Harnisch zu richten, sah Lyonel sich nach dem Grund für den Alarm um.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 6:20 pm

Wenn Lyonel genau umsah, konnte er auch seine "Adoptivsöhne" Willem und Tomblin sehen, die sich ebenfalls auf dem Marktplatz versammelt hatten. Sie trugen noch die geladenen Armbrüste mit sich herum, sodass man schließen konnte, dass der Alarm sie wohl auf der Jagd überrascht hatte und dass sie noch keine Beute gemacht hatten.

Langsam kehrte Ruhe ein und ein Mann aus dem Ältestenrat stellte sich auf den Tisch, der vor das Rathaus gestellt worden war.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 6:26 pm

Lyonel erblickte Willem und Tomblin, die mit den Armbrüsten ebenfalls zum Platz geeilt waren. Dass sie da waren, gab Lyonel schonmal ein Gefühl der Sicherheit. Er wusste welch fa-belhafte Schützen die beiden waren. Wenn ihnen jemand die Nahkämpfer vom Leib hielt konnten die beiden aus einer guten Stellung heraus vermutlich eine kleine Armee aufhalten - genau das, was Kuasta brauchte, um die verwinkelten Pfade durchs Gebirge zu verteidigen, sollte das Dorf angegriffen werden.

Mit Ellbogeneinsatz, aber natürlich darauf bedacht niemanden mit dem Speer zu verletzen, bahnte sich Lyonel seinen Weg durch die anderen Menschen zu ihnen.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 6:33 pm

"Kuasta....chhhrr... cchhrrr.", begann der Mann aus dem Ältestenrat langsam zu reden. Seine Stimme war krächzend vom hohen Alter, doch das machte seine Worte nur umso weiser klingend.
"Kuasta!", fing er noch einmal von neuem an, nachdem er seine Stimme wiedergefunden hatte.
"Kuasta, es gibt schlechte Neuigkeiten. Ein Bote hat uns soeben die Nachricht überbracht, dass Teirm von zwei Urgalstämmen eingenommen worden ist."
Er machte eine Pause um den Leuten Zeit zu geben, die Botschaft zu verarbeiten.
"Es ist zu befürchten, dass Königin Runa die Menschen zu den Waffen ruft, und wir unser Dorf schutzlos lassen müssen, um dem Befehl ihrer Majestät zu entsprechen - oder aber, dass die Urgal weiter nach Süden ziehen und unser schönes Dorf ihr nächstes Opfer wird."

Wieder machte der alte Mann eine Pause, und schien seine Kräfte zu sammeln.

"Der Ältestenrat hat von daher beschlossen, dass wir die zehn Pferde, die unser Dorf besitzt, bemannen und nach Ceunon schicken, um Königin Runa um eine friedliche Lösung zu ersuchen. Kuasta will keinen Krieg. Mögen zehn Freiwillige sich melden!"
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 6:43 pm

Lyonel sah wie Widukind, der hünenhafte Oberste der Stadtwache die Hand hob und mit seiner kräftigen Stimme das aufkeimende Gemurmel der Leute übertönte.
"Mein Schwert für Königin Runa. Ich werde reiten!", sagte Widukind, der im Kampf ein schweres Langschwert schwingen konnte.
Ihm schlossen sich noch zwei weitere, gestandene Krieger der Stadtwache an, sodass sich schon drei Leute bereit erklärt hatten, mitzuziehen.
Es folgten junge Frauen, sehr zur Bestürzung ihrer Eltern, die offenbar das Abenteuer dem Leben am Herd vorzogen. Sofort meldeten sich auch drei Jüngliche freiwillig, die mit den Mädchen ziehen wollten.
Insgesamt waren es dann acht.
"Na gut, einer aus Kuastas Fischflotte muss ja auch dabei sein, ansonsten wäre es nicht Kuastas Delegation.", brummte schließlich ein alter Fischer, der von allen nur Pisch gerufen wurde. Man wusste, dass er ein guter Bogenschütze war.
Neun Leute würden ausziehen.

Gerechtigkeit wird jedem widerfahren...
, dachte Lyonel und hob die Hand. Er wollte der Zehnte sein, der loszog.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 6:49 pm

Der alte Senator sah über die zehn Menschen, die sich bereit erklärt hatten, für Kuasta nach Ceunon zu reiten. Widukind und seine beiden Männer würden die Gruppe schon sicher führen, da war er sich sicher. Der alte Pisch wäre eine hervorragende Unterstützung und der 'Fremde', wie Lyonel immer noch genannt wurde, obwohl er schon mehrere Winter in Kuasta lebte, der würde auch seinen Mann stehen können, dass hatte er im Training der Bürgerwehr schon gezeigt. Sorgen machte er sich eher um die fünf jüngeren, die alle noch keine zwanzig Jahre auf dem Buckel hatten. Er hoffte, dass die Älteren auf sie aufpassen würden.

"Nun gut, so sei es.", stellte der alte Mann mit schwacher, aber bestimmter Stimme fest.
"Bereitet Eure Sachen. Ihr trefft Euch in einer Stunde wieder hier und dann reitet nach Ceunon, der Königin unser Bittgesuch zu stellen."
Er räusperte sich noch einmal.
"Jeder Bürger von Kuasta hat trotzdem unter Waffen zu verbleiben, sodass wir unsere Freiheit verteidigen können!"

Dann klopfte er mit seinem Gehstock dreimal auf den Tisch und schloss die Versammlung.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 7:16 pm

Nachdenklich betrachtete Lyonel seine Hand, die immer noch in die Höhe gereckt war.
Hatte er sich gerade wirklich gemeldet?
Hatte er wirklich gehört, dass Teirm von Urgals überrannt worden war?
Irgendwie kam ihm die Situation undwirklich vor, aber er hatte sich damit abzufinden.
Jetzt konnte er nämlich nichts mehr daran ändern, also musste er das beste daraus machen.

Seufzend wandte er sich zu Willem und Tomblin um und in der Bewegung spürte er die Tarotkarte, die in seiner Rüstung steckte.
Gerechtigkeit...
Man würde sehen.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 7:19 pm

Willem richtete als Erster das Wort an Lyonel:
"Du willst wirklich gehen, Lyo? Und wer unterrichtet dann die Kinder?"
Der Siebzehnjährige ließ die Armbrust, die er während der Versammlung angespannt festgehalten hatte, sinken.
Irgendwie konnten die beiden nicht glauben, ihren "Adoptivpapi" zu verlieren.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 7:27 pm

Ein Lächeln stahl sich auf Lyonels Züge.
Wenigstens würden die beiden ihn vermissen. Er war für sie wichtig geworden und hatte ihre Zuneigung errungen.
Immerhin etwas hatte er im Leben erreicht.
"Hey, man muss auch schonmal Verantwortung übernehmen, im Leben. Und wenn ich weg bin, ist es Eure Verantwortung, den Kleinen Lesen und Rechnen beizubringen.", sagte er und klopfte Willem aufmunternd auf die Schulter.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 7:32 pm

Willem verzog das Gesicht. Rechnen, nun gut, das konnte er und das machte ihm auch Spaß, aber er sollte den Kindern Schreiben und Lesen beibringen?
Nur über seine Leiche.
Er las selbst nicht gern und er würde das garantiert auch niemandem beibringen.
Fähigkeiten wie Armbrustschießen waren viel wichtiger, fand er, das zeigte sich auch jetzt, wo Kuasta bedroht war, wieder.
Man konnte ja schließlich keine Geschichte schreiben, um die Urgal zu vertreiben.

Tomblin, der jüngere der beiden, aber nickte.
"In Ordnung, Lyo, das können wir machen. Wir versprechen es Dir!"
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 7:47 pm

Lyonel schenkte dem jüngeren der beiden Brüder ein dankbares Lächeln.
"Danke ihr beiden. Ich wusste, dass ich mich auf Euch verlassen kann."
Auch Tomblin erhielt von ihm jetzt einen ermutigenden Schulterklopfer, dafür, dass er sich eingesetzt und Verantwortungsbewusstsein gezeigt hatte.
Die beiden waren wirklich Prachtknaben, das wusste er.
Er wusste nicht, welchen anderen Sechzehn- und Siebzehnjährigen er sein Haus und seine Aufgabe überlassen hätte, aber bei Willem und Tomblin war er sich sicher, dass sie ihre Aufgabe mit Bravour meistern würden.
Er glaubte es ja schon fast nicht mehr, aber er hatte tatsächlich Vertrauen zu den beiden Waisen gefasst, die er zu Anfang eher aus Mitleid in seinem Haushalt hatte wohnen lassen.
Dann jedoch, als er sie näher kennen gelernt hatte, hatte er angefangen die beiden wirklich lieb zu gewinnen.
Er bedauerte es, sie zurückzulassen, denn wer sollte ihm sonst morgens das Frühstück machen und immer mal wieder Ratsuchend oder Frustriert zu ihm kommen, dankbar über ein freundliches Wort, einen guten Hinweis oder einen weisen Rat.

Er wusste es nicht, aber er hatte jetzt eine Aufgabe zu erfüllen.
Seine Harnisch war in der Zwischenzeit übrigens ordentlich geschnürt.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 9:44 pm

Auch Willem war von dem Lob jetzt zu Stolz gerührt und in ihm schmolz der Widerstand. Das würden sie schon schaffen, auch wenn Lyonel ihnen fehlen würde.

"Gehen wir jetzt nach Hause und feiern Abschied?", fragte der Ältere, leicht sentimental. Immerhin würde die Reise nach Ceunon mit Sicherheit drei Tagesritte beanspruchen und dann auch noch einmal drei zurück. Lyonel würde ihnen länger fehlen.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Mi Apr 07, 2010 9:49 pm

Lyonel strich sich durch die Haare.
Was hatte er sich da nur vorgenommen. Langsam tröpfelte die Erkenntnis, wirklich drei lange Tage im Sattel verbringen zu müssen, in seinen Geist.
Langsam und zäh wie Honig. Andererseits, dachte er sich, war es vielleicht auch gut mal aus Kuasta wegzukommen und etwas von der Welt zu sehen.
Er war seit seiner Kindheit nicht mehr im schönen Palancartal gewesen, seit seine Schwester ermordet worden war.
Beim Gedanken daran musste er schlucken, rang aber mit sich selbst um Haltung.

"Gut, lass uns nach Hause gehen. Ich muss ohnehin noch meine Sachen packen."

tbc: Lyonels Haus
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Do Apr 08, 2010 4:44 pm

Mit gepackten Sachen kam Lyonel auf den Marktplatz an.
Das Bündel drückte auf seiner Schulter und der Lederharnisch war ihm ungewohnt schwer.
Was würde wohl auf der Reise geschehen? Er wusste es nicht, aber er war froh einen erfahrenen Mann wie Widukind dabeizuhaben, der die Gruppe mit Sicherheit durch alle Gefahren lotsen würde.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Do Apr 08, 2010 4:59 pm

Die alten Männer, Widukind mit seinen beiden Soldaten und der alte Fischer Pisch erwarteten Lyonel bereits.
Die Krieger der Stadtwache waren mit Schwertern bewaffnet und Pisch trug seinen Kompositbogen, mit dem er oftmals sehr gut traf.
"Lyonel", grüßte ihn Widukind und warf ihm die Axt zu.
"Hoffen wir, dass du sie nicht brauchst."
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Do Apr 08, 2010 5:04 pm

Lyonel streckte die Hand aus und fing seine Axt geschickt. Es war ein seltsames Gefühl, das zwergengeschmiedete Mordwerkzeug aus Stahl wieder in den Händen zu halten.
Fast fühlte Lyonel sich an die alten Zeiten in der Arena gewirbelt, wo oftmals nur Glück den Tanz der Klingen entschieden hatte.
Eine Waffe für einen ehrenhaften Zweck zu tragen erschien Lyonel von daher immer noch komisch, auch wenn er auch während des Überfalles schon die Axt gegen die Angreifer geschwungen hatte.
Bedächtig wog er den Stahl in der Hand und beschloss schließlich die Axt doch mitzunehmen.

Das vertraute Gewicht zwischen seinen Fingern gab ihm irgendwie Sicherheit, denn er wusste, dass er in der Not damit umgehen konnte, auch wenn er schon länger nicht mehr gekämpft hatte. Das Spiel um Leben und Tod verlernte man nicht.

Trotz oder gerade wegen dieser düsteren Gedanken war er sehr schweigsam, nickte Widukind zum Dank zu und schwang sich auf den Rücken des bereitstehenden Pferdes.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Do Apr 08, 2010 5:10 pm

Nach und nach trudelten auch die jüngeren Begleiter der Mission ein. Ihnen war vom Ältestenrat ein Packesel mit Proviant zur Verfügung gestellt worden, sodass sie nicht hungern musste.
Außerdem hatte Widukind, der als Anführer galt, einen kleinen Beutel mit Geld erhalten.

Nachdem die Dorfältesten den zehn Abenteurern viel Glück gewünscht hatten, ritten sie los.

Es brauten sich dunkle Wolken am Horizont zusammen.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Do Apr 08, 2010 5:15 pm

Nach den ganzen offiziellen Zeremonien und Verabschiedungen fühlte Lyonel sich fast schon wieder schlecht.
Welcher Dämon, wenn es diese verfluchten Geschöpfe denn gab, hatte ihn in drei Teufels Namen eigentlich geritten, dass er sich für diese Mission gemeldet hatte? Mit unbeschlagenen Pferden bei Regen über die Gebirgspfade des Buckels zu reiten war glatter Selbstmord. Die Hufe der Tiere würden kaum halt auf den glitschigen Steinen finden.

Aber er hatte nun einmal seine Unterstützung zugesagt und jetzt musste er sein Wort auch halten, dachte er. Liotol Stoj hatte einmal den intelligenten Spruch getan: "Nun muss getrunken werden!"
Genau so fühlte Lyonel sich gerade.
Nun musste er die Suppe auslöffeln, die er sich selber eingebrockt hatte, denn es war nur gerecht, wenn er sein Wort hielt.

Mit beiden Hännden fasste er die Zügel seines Pferdes, nachdem er die Axt an seinem Gürtel befestigt hatte. Dann wollten sie doch mal sehen, ob so ein Unwetter, falls es sich denn wirklich zusammenbraute, tatsächlich die tapfersten Männer und Frauen Kuastas erschüttern konnte.
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BeitragThema: Re: Marktplatz am Kai   Do Apr 08, 2010 5:18 pm

"Abmarsch.", befahl Widukind im militärischen Tonfall, denn auch er hatte das Unwetter gesehen. Sie konnten nur hoffen, dass es an der Küste entlang an ihnen vorbeizog, denn im Unwetter würde das Reiten wirklich zur Qual.
Und so ritten sie durch den Buckel nordwärts, bis sie durch das Tal, welches der Toark in das Gebirge gegraben hatte, nach Osten schwenkten.

tbc: See Woadark
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