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 Straßen von Narda

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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   Di Okt 08, 2013 7:16 pm

Davir setzte sich im Schneidersitz neben ihn. Dann antwortete er: "Nein, ich weiß es leider nicht, doch ich wette hier ist etwas ganz merkwürdiges im Gange. Es ist schon selstam, wenn Efen, anderen Elfen etwas verheimlichen, obwohl man vom gleichen Volk ist. Und dabei kann man uns nicht mit den Menschen vergeichen, wo jeder sein eigenes Geheimnis hat. Doch wenn Elfen soetwas tun. Dann kann wirklich nichts gutes mehr dabei herauskommen."
Davir hörte auf zu reden und wartete gespannt auf Taragons Reaktion.
Weiß er etwas davon? Nein, sonst hätte er nicht gefragt. Ich glaube nicht, dass er mit Aléia unter einer Decke steckt.
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   Di Okt 08, 2013 10:59 pm

Taragon sah den Elf mit großen Fragenden Augen an "Das ist wirklich sehr seltsam. Vielleicht könnt ihr mir ja erzählen wie es um unser Volk steht? Er sah den Elf kurz an und spähte dann in die Nacht hinaus. Was habe ich nur alles verpasst das ich nicht mit bekomme das sich unser Volk gegeneinander Sachen verheimlichen? Nachdem er in den Gassen eine Katze sah die einer Ratter hinterher jagte und diese ein wenig beobachtet hatte sah er wieder zu dem Elfen neben ihm
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Der Erzähler
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   Di Okt 08, 2013 11:01 pm

Zwei Elfen in nachtschwarz gekleidet näherten sich dem Gebäude, auf dem Davir und Taragon saßen, ohne den kleinsten Laut zu verursachen. Davir und Taragon hatten gewaltiges Glück, dass Hemióne in der Stadt war und drei ihrer Magier mit gebracht hatte, ansonsten wären Davir und Taragon mit Bozen gespickt vom Dach geschossen worden; Das war der erste Plan der Stadtwache gewesen. Die zwei Magier hatten Wind davon bekommen und sie dazu überreden können, sich selbst darum zu kümmern. Leise murmelten sie einige Worte in der Alten Sprache und nur wenig später schliefen die beiden Neuankömmlinge. Die Magier hörten jedoch nicht auf zu murmelen. Sie wussten dass Davier dabei war vom Dach zu stürtzen und dass mussten sie verhindern. Der zweite Zauber ließ die beiden Fremden langsam zu Boden schweben, wo sie von den Wachen in Empfang genommen wurden. Hemiónes Magier würden nicht mehr von ihrer Seite weichen.

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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   Sa Mai 17, 2014 10:29 pm

Die helle Frühlingssonne schien auf die kleine Stadt, zu der Narda inzwischen geworden war und schmolz den letzten Rest des Schnees fort, der zuvor noch die Straßen bedeckt hatte während zahlreiche Männer neue Steine und Holz von einem Ort zum nächsten brachten, um es dort für den Bau der neuen Häuser der Bürger der Stadt zu nutzen. Am Himmel zogen die Drachen ihre Bahnen und im Stillen amüsierte sich Caladhiel über Anwar, welcher brummend vor den Toren der Stadt lag und in dem die Kinder der einfachen Menschen hier nun ein neues Spielzeug gefunden hatten, auf dem sie klettern konnten während die jüngeren Drachen den Bauern dabei halfen, die Felder für die Saat umzupflügen und die schwere Arbeit den größtenteils alten Pferden abnahmen, die noch in deren Besitz waren. Narda war während der letzten Monate aufgeblüht und neu befestigt worden und der Umstand, dass die Reiter es nun waren, die für die Heilung der Kranken und die Ausbildung der Kinder aufkamen und diese förderten, hatte ihnen nach der anfänglichen Angst viel Sympathie eingebracht, die sie dringend benötigt hatten - ebenso wie die Menschen der Stadt die Hoffnung auf eine gerechte Herrschaft benötigt hatten, in der sie nicht beinahe im Winter verhungerten.
Nun zogen Soldaten des Ordens durch die Stadt, sorgten für Ordnung und Caladhiel hatte es sich nicht nehmen lassen, die Bürger selbst einen Rat aus ihresgleichen wählen zu lassen, die eine Stimme bei allen Entscheidungen des Fürstentums betreffend, hatten und die dafür sorgen sollten, dass die Belange der Bürger auch ein entsprechendes Gehör fanden. Die einst verdrossenen Gesichter der Menschen waren verschwunden, ihre Kinder fanden ihren Gefallen an den Drachen und die Angst war aufgelöst worden - hatte Hoffnung und Zuversicht ihren Platz eingeräumt, welcher nun auch Caladhiel lächeln ließ, die sich ihren Weg durch die Straßen suchte und ab und an einen der Bürger begrüßte, von denen sie inzwischen einige kannte. Diese Stadt gab ihr die Hoffnung darauf, dass es einen Weg geben würde - dass der Frieden existieren konnte.

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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Mai 18, 2014 1:36 am

Es war ein eigentümliches Gefühl zahlreiche Kinder auf dem Rücken, den Flanken oder gar auf den Klauen zu haben, während sie herum turnten und lachten. Ab und an machte er sich einen Spaß daraus das große Auge zu öffnen und dann die schaulustigen Blicke der Kinder zu beobachten, die gerade daran vorbei liefen, ehe er es langsam wieder schloss. Einige stellten sich vor seine Nüster und jauchzten lauthals auf, wenn er die Luft tief ein und auszog und sich daraufhin die viel zu große Kleidung an ihren kleinen Körpern, welche vermutlich bereits mehrere Besitzer gesehen hatte, hin und her bewegte und wild flatterte.
Er lag fast den gesamten Nachmittag auf dem großen Feld, bis sie die Reihen der Kinder nach und nach lichteten, da der Abend dämmerte. Nicht wenige winkten im zum Abschied zu und einige Mutige tätschelten ihn auf der großen Schnauze, nun zumindest bis zu der Stelle, an die ihr Arm reichte. Schließlich erhob er sich und streckte sich langsam, breitete die Flügel aus und öffnete dann das große Maul, welches ihm inzwischen fast taub geworden war. Die Sonne hatte inzwischen eine rötliche Färbung angenommen und die Felder, auf denen die verschiedensten Getreidesorten angebaut wurden, deckten sich mit eben jenem Licht ein. Die angebauten Pflanzen wogen sich im Wind hin und her, machten jedoch einen schlagartigen Ruck nach hinten, als sich Anwar mit einem Satz in die Lüfte hob.
„Du wirkst weitaus entspannter als noch vor einigen Wochen.“ Er machte diese Feststellung bei weitem nicht zum ersten Mal, doch hoffte er, dass sie sich diese Veränderung in Erinnerung behalten würde, sollte eine derartige Krise erneut aufkeimen. Natürlich waren bei weitem nicht alle Probleme geregelt, doch sie gönnte sich inzwischen wieder einen fast angemessenen Schlaf und aß in beinahe regelmäßigen Etappen, was vermutlich daran lag das er damit gedroht hatte, er würde ihr totes Wild vor die Füße schmeißen, wenn sie nicht bald etwas zu sich nahm.
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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Mai 18, 2014 4:23 pm

'Ich denke, dass es besser wird, nachdem wir erst einmal einen Punkt beendet haben, der auf unserer Liste stand und Narda erholt sich stetig von den Entbehrungen, die die Menschen hier während der letzten Hundert Jahre haben durchstehen müssen', lautete die leise Antwort der Reiterin, welche sie in ihrem Geist verlauten ließ, nachdem Anwars vertraute Stimme darin wiedergehallt war und sie den Geist ihres Bündnispartners wieder nah bei ihrem eigenen spürte. Zu Beginn noch war er skeptisch betreffend ihres Einfalls gewesen, die Kinder zu ihm kommen zu lassen, hatte befürchtet, er würde ihnen Angst machen und dennoch hatte Caladhiel ihn damit überzeugt, dass es die einfachste Möglichkeit war, um den Menschen die Furcht von den Reitern und ihren Drachen zu nehmen und eben dies hatte sich ausgezahlt. 'Es ist erleichternd zu sehen, dass es wenigstens hier voran geht, wenn schon sonst so viel Finsternis in diesem Reich herrscht', setzte sie noch nach und schüttelte für sich selbst noch einmal den Kopf, in Gedanken noch einmal all die Dinge durchgehend, die sie noch nicht hatten bearbeiten können.
Es war noch lange nicht gut, die Wunden waren noch immer nicht verschlossen, aber Caladhiel hatte ihre Gedanken mit den langen Stunden der Arbeit und der Organisation des Neuaufbaus der Stadt in eine Schublade verschoben, die sie während der letzen Tage nicht hatte, öffnen müssen und Anwars Drohung, sie dazu zu bringen sein frisch gejagtes Wildfleisch zu essen, hatte dafür gesorgt, dass die Elfe liderlich wieder mit dem Essen begonnen hatte, wenngleich sie auch noch immer die beißende Übelkeit spürte, die in ihr vorherrschte, wenn sie sich selbst zu zum essen zwang. Der Verlust Anurins schmerzte noch immer tief, ebenso wie der Streit zwischen Arva und ihr, die Worte, die der ältere Reiter dort gesagt hatte und die sie immer wieder dann einholten, wenn sie ihre Gedanken wandern ließ und die von den Bildern des Alptraums begleitet wurden, den sie in Ilirea gehabt hatte. Genau das war der Grund, weshalb dieses Reich nun so ist, wie es ist ... desolat und zerklüftet, von Intrigen und finsteren Schatten getränkt. Ebenso sehr machten ihr Oromis Vorwürfe sich selbst gegenüber Sorgen, hatte der Freund sich doch selbst vor ihr zurück gezogen und brütete nun über seinen eigenen finsteren Befürchtungen, gleich dem, wie oft sie versucht hatte, ihm zu erklären, dass er nicht wie Ryl'afay werden würde - nicht das Gute vergessen würde, dem sie sich verpflichtet hatten.

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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Mai 18, 2014 4:45 pm

„In den dunkelsten Stunden der Nacht scheint nicht der hell, der sich dem Dunkel anschließt sondern derjenige, der als erster den Mut zeigt und das Licht entzündet, welches einen den Weg aufzeigt, den man gehen muss um aus dieser zu gelangen. Ich weiß das du, dass Wir eine enorme Bürde tragen und das etliche Leben von uns abhängen. Doch trotz allem ist es wichtig dass du dich von allem was dir im Kopf herum geht, zumindest für eine gewisse Zeit lossagst, einen Abstand zu allem gewinnst. Zum einen ist es für dich gesunder und glaube mir, die Menschen sehen einen entspannten Führer weitaus lieber über sich als Jemanden, dessen Kopf stärker raucht als meine Nüstern. Zum anderen gewinnst du so den Abstand den du brauchst, um letztlich das Beste für alle zu tun.“
Ihre Gestalt war erst nach gut zehn weiteren Minuten im Schatten der, inzwischen fast vollkommen untergegangenen Sonne zu sehen und träge drehte Anwar den Kopf um, um seine Reiterin zu begrüßen. Ein lautes, zufriedenes Brummen war zu hören als er ihr Gesicht erkennen konnte, bis er schlussendlich sogar den Kopf. „Und da ich deinen unverblümten Sturkopf kenne werde ich nicht müde, es dir wieder und wieder zu sagen, bis wir irgendwann beide zu alt sind um noch über irgendetwas herrschen zu können.“
Die Sorge in Ihr war nur allzu deutlich zu spüren, weswegen die anfängliche Freude Ihres Besuches schnell in einen bedrückten Zustand schwang. Was Sie in ihrem Leben bereit durchgemacht hatte, wünschte man nicht einmal den ärgsten Feinden. Verlust, Verlust schnitt in ihrer Vergangenheit großer als eigene Fehler oder Verletzungen. Etwas, auf das man nicht den geringsten Einfluss nehmen konnte, was jedoch den meisten Schmerz verursachte. „Jeder von denen, die nicht mehr unter uns weilen, wäre stolz auf das was du gleistet hast und unendlich glücklich darüber, dass du noch immer auf dieser Welt verweilst.“
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Mai 18, 2014 4:59 pm

'Das ist alles, was ich jemals wollte', lautete die einzige Antwort der Reiterin, welche mit ruhigen Schritten näher zu ihrem Drachen trat, welcher sie einige Meter vor sich begrüßte und dessen großer Körper dort weit vor der Stadt lag und der wohl eine der wenigen großen Graslandschaften vor der Stadt inzwischen beinahe vollkommen ausfüllte. Sie wusste, dass er sich Sorgen machte, spürte seinen Verdruss und sein Mitleid über jenes Schicksal, das sie beide während all der Zeit durchgestanden hatten und das ihnen auch noch heute zu schaffen machte, aber irgendwo tief in sich wusste sie, dass sie sich davon nicht würden aufhalten lassen dürfen. Es gab so viel, das sie während der Jahre hinweg gelernt hatten - so viele Wesen, die sie hatten kennen lernen dürfen und von denen sie gelernt hatten, so viele Dinge, die sie gesehen hatten und all die Schrecken, gegen die sie letztlich alle gekämpft und die sie besiegt hatten. Es würde weiter gehen und eines Tages würden sie beide über all die Schrecken lachen, die ihnen noch heute Angst machten.
Ein schmales Lächeln spiegelte sich auf ihren Zügen wieder als sie neben Anwar trat und die Hand ausstreckte, um dem Partner ihres Bundes sanft über die rauchenden Nüstern zu streicheln und jenes verbliebene Auge des Drachen anzusehen, das sich inzwischen auf sie gerichtet hatte. 'Ich habe während der letzten Zeit schmerzlich wenig Zeit für dich gehabt ... es tut mir leid, An', ließ sie ihn leise wissen und senkte den Blick, weil sie genau wusste, wie einsam er sich fühlen musste, nachdem sie all die Zeit ständig an einem anderen Ort gebraucht worden war. Arva, Temerairon, die Schatten, Stephan und Ileana, der rote Gott - das alles waren nur die wenigen Dinge, die sie hier beschäftigt gehalten hatten.
'Ich werde nicht aufgeben, Anwar. Ich weiß, weshalb wir kämpfen und wofür und ich weiß, dass du immer bei mir sein wirst, dass ich eben nicht allein bin und solange werde ich weiterhin das Schwert gegen all die heben, die das bedrohen, wofür wir einstehen.' Sie hatten ihr immer gesagt, sie solle ihren Kopf aus den Wolken bekommen, solle sich an die Dinge wenden, die es hier und jetzt gab - dass es unwahrscheinlich war, ein Reich vollständig zu einen und unter einem Herrscher zu kämpfen und dennoch hatten sie es geschafft, Alvias zu krönen und das Reich in eine Zeit des Wohlstandes zu verwandeln und nun standen sie hier und hatten Narda zu Wohlstand gebracht. Sie wusste, dass es möglich war - dass sie all die Dinge schaffen konnte, von denen der Orden träumte, solange nur Anwar bei ihr war.
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Mai 18, 2014 5:30 pm

„Wir gehören zusammen, du und ich. Und wenn wir irgendwann untergehen sollten, dann zumindest gemeinsam.“ Erwiderte er, wusste er doch um Ihre Sorge das die kommenden Jahre durch den Wandel der sich nun vollzog zahlreiche Risiken bargen. Doch Sie würde nie allein sein, ebenso wenig wie er und die Gewissheit würde beiden auch in der Zukunft einen gewissen Trost bieten. Als er schließlich die Hand auf einer seiner großen Schuppen spürte, durchfuhr ihr ein angenehmes Gefühl der Nostalgie. Mochte er damals noch weitaus kleiner gewesen sein als Sie, er mochte es nach wie vor in den Erinnerungen zu schwelgen, als er selbst ein Jungdrache und kaum großer als ein Hund gewesen war. Es hatte zwar nur wenige Wochen angehalten, doch hatte Caladhiel ihn überall hin mitgenommen, ihm beim Essen unter dem Tisch unerlaubter Weise immer ein paar Happen Fleisch zugeschoben und so gut wie alles mit ihm geteilt. Nicht wenige behaupteten noch heute, wenn auch aus reinem Humor heraus, dass er deswegen inzwischen die Größe eines kleinen Berges angenommen hatte und vermutlich das doppelte Gewicht eines solches wog.
„Arva wird sich fügen, er ist sich seiner Fehler bewusst und mit etwas Glück wird er sogar für die Zukunft eine Einsicht erklangen, die ihn mehr in die Arme der Vernunft als die des Wahnsinns treibt. Die Menschen, nun die Menschen werden das tun, was sie immer tun. Sie werden Fehler begehen und anderen dafür die Schuld geben und letztendlich werden wir es sein die Sie vor einem Krieg bewahren, bei der am Ende keine einzige Partei gewinnt. Auch wenn ihnen diese Lektion wohl mehr beibringen würde, als alle Tadel der Welt.“
Er reckte den Kopf gen Himmel, die Sonne war inzwischen vollständig hinter dem Meer verschwunden und über ihm erstreckte sich ein Sternenzelt, dessen Reichweite weiter trug, als er selbst erblicken konnte.
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Mai 18, 2014 5:47 pm

'Wird er nicht, Anwar, und das weißt du auch. Arva hasst uns mehr noch als er jedes Dunkel hasst, dass diese Welt in ihren Bann gezogen hat und er wird nicht zögern, eines Tages das Schwert gegen uns zu erheben und unserem Leben damit ein Ende zu bereiten. Es ist nur eine Frage der Zeit - er kann und er wird mir nicht verzeihen, was geschehen ist und was ich ihm angeblich weggenommen habe und was die Menschen anbelangt ... ich hoffe, dass der Frieden dieses Mal länger dauert ...', lautete Caladhiels leise Antwort, die einen halben Schritt zurück gemacht hatte als Anwar seinen Kopf gehoben hatte und nun den Blick gen Himmel gerichtet hatte. Für einen kurzen Moment lang war die Elfe seinem Blick gefolgt und hatte den klaren Sternenhimmel nach dem Stern abgesucht, welchen sie bislang jede einzelne Nacht gesehen hatte und welcher ihr ein Licht in der düsteren Zeit gewesen war - jener Stern, von dem aus sie jene beobachteten, die ihr Leben gelassen hatten, auf sie herab blickten und sie vor dem Unheil beschützten, das über das Reich und seine Menschen zog. Auch heute erblickte sie den hellen Stern und lächelte für sich selbst ehe sie die Augen für einen kurzen Moment lang schloss und die Toten mit einem stillen Gruß noch einmal ehrte ehe sie sich zu Boden sinken ließ und sich gegen den massigen Brustkorb ihres Drachen lehnte, von dem noch immer eine angenehme Wärme ausging.
'Erinnerst du dich noch, wie es damals war?', fragte sie leise in ihren Gedanken und rief die unzähligen Momente wieder zurück, die ihr inzwischen beinahe schon zu Entschwinden drohten, weil zu viele Jahre dazwischen lagen, in denen viele anderen Dinge geschehen waren. 'Wir haben nie versucht, Musterbeispiele für Reiter und Drachen zu sein und ich erinnere mich noch daran, wie sehr sie geflucht haben, als du wieder bei mir warst statt in dem Hort bei den Drachen. Bir'Uam hat dich irgendwann bei sich gehabt, damit du nicht mehr wegfliegen konntest und ich hab dich trotzdem nicht allein lassen können und hab mich fortgeschlichen ...'
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Mai 18, 2014 6:19 pm

„Nur allzu gut.“ Antwortete Anwar, dessen Auge inzwischen wieder geschlossen war. Es waren Erinnerungen die ihn in Zeiten, in denen selbst ihn der Zweifel packte immer wieder einen Hoffnungsschimmer einbrachten. Das Band, das er von Anfang an mit Caladhiel geteilt hatte und das bis heute nicht lockerer, eher fester und stärker geworden war. Es war ein Geschenk das er Jemanden wie sie auserkoren hatte, seine Reiterin zu sein und wenn er in die Vergangenheit blickte konnte er noch immer kaum fassen, welches Glück er im Grunde hatte.
Die Schwärze legte sich langsam über das Land und bald waren die Sterne und die Stadt die einzige Lichtquelle, die es noch gab. Wie oft hatte er früher mit ihr so dagelegen? Nur die Gegenwart der Anderen gespürt und sich der Ruhe einfach hingegeben. Es war bei weitem nicht immer so, und je älter sie beide wurden und je mehr Verantwortung ihnen beiden Zuteil wurde, desto seltener wurden solche Augenblicke.
„Jeden Tag an dem ich zu den Übungen mit den anderen Drachen aufgebrochen bin habe ich ein Bild von dir in Gedanken behalten. Nicht etwas aus Angst dir könnte etwas passieren und ich würde dich nicht mehr wiedersehen, die ersten Monate warst du noch weitaus größer als ich und ich hielt dich für so mächtig, das nicht einmal Anurin sich mit dir messen würde. Ich habe es letztlich getan, weil ich damals, wie auch heute vermisst habe.“
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Mai 18, 2014 7:13 pm

'Wenn ich könnte, würde ich dich noch heute einfach überall mit mir nehmen, damit wir nie voneinander getrennt sein müssen ...', gab Caladhiel zur Antwort und seufzte noch einmal leise während sie sich ein Stück zur Seite drehte, die Wärme ihres Drachen in sich aufnahm, die sie während der letzten Tage zu selten bei sich gespürt hatte und um die sie jetzt mehr denn je dankbar war. Seine Gedanken waren die ihren, seine Empfindungen konnte sie ebenso intensiv wie ihre eigenen in sich spüren und der Hauch der Nostalgie, der zwischen ihnen beiden nun lag, sie zurück in all die Momente ihrer beider Jugend schob, ließen etwas wie Glückseligkeit in ihr aufkommen, die sie seit einer viel zu langen Zeit nicht mehr hatte erleben dürfen. Geistesabwesend und in Erinnerungen versunken, glitten ihre Finger immer wieder über die großen Schuppen ihres Drachen, strichen darüber während er sie längst mit den großen Schwingen vor dem kühlen Frühlingswind abschirmte, der sie zuvor hatte frösteln lassen. Sie würde hier bleiben, wenigstens für diese Nacht und bei ihrem Drachen sein, bei demjenigen, der immer bei ihr war und der ein so essentieller Teil von ihr war, dass sie sich ein Leben ohne ihn nicht einmal vorstellen konnte.
Dann klangen seine letzten Worte in ihrem Kopf wieder und ihr Lächeln veränderte sich, wurde träumerischer während sich ein eigentümlicher Glanz über die Augen der Elfe legte, die sich inzwischen blinzelnd wieder geöffnet hatten und sich nun auf den Nachthimmel gerichtet hatten, nur um dort einen Stern anzublicken, der heller als alle anderen am Firmament leuchtete.
'Selbst heute wäre ich niemals in der Lage gewesen, Anurin zu besiegen, Anwar ... er war immer besser als ich und ich hab ihm jeden noch so kleinen Erfolg gegönnt. Er war ... der Orden, der Hochmeister der Reiter, derjenige, zu dem jeder aufgeblickt hat und dem ich unbedingt nacheifern wollte. Ich wollte ebenso in einer Schlacht stehen wie er - wollte die Feinde mit meinem Schwert besiegen, diesem Land den Frieden bringen. Als mich damals die Helgrind-Jünger gefangen hatten und er aufgetaucht ist, um mich zu retten, war er mein Ritter ...'
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Mai 18, 2014 7:35 pm

„Er hat dich immer geschätzt, selbst in dieser einen Nacht. Er hat geflucht und darüber geschimpft was die einfällt, so etwas zu tun aber jeder der ihn kannte wusste, dass du ihm trotzdem mehr am Herzen lagst, als sein eignes Leben. Schließlich ist er Hals über Kopf aufgebrochen, ohne für seine Nachfolge zu Sorgen sollte ihm irgendetwas passieren. Außer Oromis wusste nicht einmal Jemand, das er überhaupt aufgebrochen war.“
Langsam kamen die Fänge der Müdigkeit über ihn, doch gab er sich diesen nur allzu gern hin, sodass das einzige was er neben Caladhiels Stimme und Berührung noch der kalte Wind war. Geräusche, Gedanken die ihn den Schlaf raubten und Angst vor möglichen Angriffen, all dies verstrich nach und nach. Für einen kurzen Augenblick fühlte er sich wahrhaftig wie ein Jungdrache der nicht viel mehr im Kopf hatte, als die Regel die ihm soeben aufgestellt wurden zu brechen und somit zu beweisen, wie verwegen er im Gegensatz zu all den anderen war.
„Und eines Tages wird man genauso über dich sprechen. Ebenso gütig wie auch Gerecht. Eine bessere Nachfolgerin hätte es nicht geben können, dass hat er dir selbst bestätigt.“
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Jun 01, 2014 8:28 pm

Kylian trat aus einem der Häuser heraus und zog einen Apfel aus seiner Tasche. Er hatte das Mittagessen für eine Lehrstunde ausgelassen. Einer der Bewohner von Narda war bei einem Ausritt unter sein Pferd geraten, als dieses auf schlammigen Boden ausgerutscht war. Sein Bein hatte übel ausgesehen. Sei Lehrmeister hatte ihn mit zu dem Mann genommen und Kylian hatte, mehr oder weniger alleine, dessen Bein gerichtet. Auch wenn er noch unsicher in der Ausübung von Magie war, hatte er das Bein mit einer inneren Sicherheit geheilt, die er sich eigentlich nicht zugetraut hätte. Sein Lehrmeister war der Auffassung, dass einzig das Studium von Büchern und das Zusehen, wenn andere heilen, nicht viel brachte. Drum führte er Kylian recht schnell an die Tätigkeit als Heiler heran. Kylian war froh darüber. Er wollte etwas tun, er wollte helfen.
Kylian seufzte zufrieden und biss in den Apfel, während er die Straße hinunter ging. Die Leute in Narda kamen ihm glücklicher und freundlicher fohr als in den anderen Städten die er bisher gesehen hatte. Die Straßen waren schöner, breiter, die Häuser nicht so herunter gekommen und an einigen Fenstern konnte er sogar kleine Blumenkästen entdecken. Er war gern in Narda, hier fühlte er sich als könnte er die Pflicht die ihm die Göttin zugeschrieben hatte, tatsächlich erfüllen. Während er so durch die Straßen ging und sich umsah, bemerkte er nicht, wie die drei Pferde auf ihn zu kamen und stieß mit Eärwen zusammen. Er taumelte zwei Schritte zurück und verlor den halb gegessenen Apfel, dem er sehnsüchtig nachsah. Er hob den Blick. Vor ihm saßen Eärwen, Dovydas und der junge mit dem Wuschelkopf auf Pferden und sahen ihn recht überrascht an. Kylian war verwirrt. Wo wollten sie hin? Und warum? Nesireä schubste ihn im Geist dazu an, doch mal den Mund auf zu machen. "Ähm, hallo.", begann Kylian unsicher und fixierte Eärwen.
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Jun 01, 2014 8:44 pm

Eärwen stockte im ersten Moment, als sie die Gestalt des jungen Reiters erkannte, welcher dort mitten auf der Straße vor ihnen stand und sie mit großen Augen anblickte. Sie kannte sein Gesicht, wusste um seine Person und für einen kurzen Moment lang befürchtete sie bereits das Schlimmste - Kylian hatte sich mit keinem von ihnen wirklich lange auseinander gesetzt, sprach kaum und selbst beim Essen hatten die anderen Schüler ihn kaum zu Gesicht bekommen, weil er meistens damit beschäftigt war, die Pflichten zu erfüllen und weiter bei seinen Lehrmeistern zu lernen. Kylian war schüchtern, aber bei seinen Meistern galt er als überaus fähig und Eärwen zweifelte keine einzige Sekunde daran, dass der junge Elf wirklich einiges aufzuweisen hatte, wenn er inzwischen sogar seine Meisterin auf Reisen begleiten durfte, was mitunter nun ein Grund dazu war, dass sie ein Lächeln auf ihre Züge brachte und schließlich von dem Pferd absprang.
"Hallo", begrüßte sie den Älteren und machte ein paar Schritte auf ihn zu, überlegte eine ganze Weile lang. Kylian würde ihnen weiterhelfen können, bei dem, was sie vor hatten und selbst, wenn sie wusste, dass es den Ärger nur verschlimmern würde, welchen sie bekommen würden, wenn das herauskam - sie wollte und konnte den anderen nicht einfach so allein lassen. "Wir sind gerade dabei einen Ausritt zu machen. Willst du nicht einfach mitkommen? Bis zum Abendessen sind wir auch wieder hier und dann haben wir eh gemeinsam ein paar Stunden, zu denen wir gehen können. Was hältst du davon? Dovydas und der Wuschelkopf sind auch dabei und wir finden bestimmt noch ein Pferd für dich und wenn nicht reitest du einfach bei mir mit."
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Jun 01, 2014 9:03 pm

Kylian verschränkte die Arme vor der Brust und verengte die Augen für einen Moment. Ein Ausritt? Eine so banale Tätigkeit erwartete er als letztes von Eärwen und die Art wie sie mit ihm sprach, wie sie auftrat, ließ ihn etwas gänzlich anderes vermuten. Anderer Seits: Was hatte er zu verlieren? Er hatte bisher nicht wirklich viel Anschluss bei den anderen Schülern gefunden und hatte er lange gedacht, dass das vielleicht auch gar nicht nötig war, ihn viel mehr ablenken würde, so drängte es ihn nun doch mal einen Schritt auf sie zu zumachen. Ein 'Ausritt' würde sich dazu sicherlich eignen und an dem Wuschelkopf könnte er womöglich sogar seine Kenntnisse der Sprache der Menschen ausbauen. In Gedanken sprach er sich kurz mit Nesireä ab, die zwar meinte dass es letzten Endes auf Ärger hinaus laufen würde, ansonsten jedoch keine Einwände hatte.
"Ja... ja ich würde gerne mit euch kommen. Es kann nicht schaden etwas von der Umgebung zu sehen.", erklärte Kylian mit einem freundlichen Lächeln. Er hoffte dass alles gut gehen würde und dass sie keinen... Das ist zu unwahrscheinlich, ich hoffe das wir nicht viel Ärger bekommen, wenn wir von was auch immer zurück sind, dachte Kylian und stieg hinter Eärwen auf das Pferd. Nachdem er so viel mit Caladhiel auf Anwar und in letzter Zeit hin und wieder auf seinem eigenen Bündnispartner geritten war, war es ein ungewohntes Gefühl wieder auf ein Pferd zu steigen. Er meinte eine Art eifersucht zu spüren, die nicht seine war. Vorsichtig legte er die Arme um Eräwen. So schlimm wird es schon nicht werden. Was sollten sie auch großes vor haben?
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Jun 01, 2014 10:19 pm

Die Flut kam langsam auf und tränkte alsbald Ilihas Füße, weswegen er gut einen halben Schritt zur Seite machen musste und das im steten Takt von zwei Minuten, kam das Wasser doch mit jeder neu aufkommenden Brandung immer und immer näher. Seine Gestalt war hochgewachsen, so wie die der meisten Elfen und am Körper trug er den dicken Wams, den er auf dem, inzwischen groß gewordenen Handel des Marktes erstanden hatte. Um die untere Hälfte seines Gesichtes war ein dünnes Leinentuch gebunden, welches zahlreiche Verzierungen und feine Stickereien aufwies, auf dem man jedoch bereits auch die zahlreichen Jahre erkennen konnte, die es bereits im Einsatz war.
Sein Gesicht reckte sich entgegen der Sonne, die langsam hinter dem Wasser unterging und beide Hände vergruben ich in den tiefen Hosentaschen. Die Kälte lüftete sich langsam und der Frühling, der in diesem Land Einzug hielt war bereits in jeder Faser des Ortes zu spüren. Einzelne Gräser wuchsen bereits und von Zeit zu Zeit waren kleine Blumen zu erkennen, die auf am Rande der Wege wuchsen und die einen baldigen Farbenwechsel ankündigten. Nachdem sie über einhundertzwanzig Jahre lang fort gewesen waren hatte er beinahe vergessen, wie sehr sich dieses Land von dem des Waldes unterschied, obwohl sie direkt beieinander lagen. Allein die Küste mit seinen felsigen Küsten, mit seinen Riffen die den Schiffen keineswegs zum Vorteil gereichten, denn  großen Sandstränden und den Klippen und das war nur ein kleiner Teil dieses Landes. Es war bei weitem das Abwechslungsreichste, dessen war sich Iliha sicher.
Er lächelte als ihn ein paar Wachenposten entgegen kamen, blieb einen Augenblick lang stehen, hielt einen ruhig an der Schulter fest und erkundigte sich nach der aktuellen Lage. Er war noch immer erstaunt was sein Orden aus diesem Ort getan hatte, denn war die Stadt vorher ein kleiner Treffpunkt für Fischer und Schwarzhändler gewesen, so erblühte er jetzt förmlich und so wie er Caladihel kannte, hatte sie nicht vor jetzt aufzuhören. Sie war schon immer perfektionistisch gewesen, allein das hatte ihn mal für mal die Nerven geraubt als er noch jünger gewesen war, doch war es letztlich genau das gewesen, was die Reiter nach Anurins Tod gebraucht hatten. Sie hatten Jemanden gebraucht, der den Mut hatte sie weiterzuführen, anstatt nur an Traditionen festzuhalten und in einer Stagnation zu verharren, die sie alle letztlich wohl den Hals gekostet hätte. Er war dankbar darum das er all dies miterleben dürfte, dass er sehen dürfte wie die Reiter das Taten, was ihrem eigentlichen Grundprinzip entsprach, den Menschen zu helfen.
Im Laufe ihrer eigenen Geschichte wurde dieser Leitsatz von nicht wenig Brüdern und Schwester vergessen oder gar im falschen Kontext missbraucht, doch hatte er damit nicht am geringsten an Bedeutung verloren. Den festen Willen die Welt zu einem besseren Ort zu machen, Ideale zu schützen und jene, die nach eben jenen Leben, dass und nichts anderes war es, ihre Aufgabe war.
Die Soldaten entfernten sich schließlich und Ilihas machte sich weiter auf den Weg nach Narda. Man hatte ihm ein Pferd angeboten, doch bevorzugte er das Laufen dem Reiten deutlich, fand er so oftmals doch die Ruhe, die er benötigte um den Kopf frei zu halten. Caladihel – ging es ihm erneut durch den Kopf. Sie war eine beeindruckende Frau und wenn er die Zeit zusammen zählen musste, in dem sie ein Idol für ihn gewesen war, dessen Perfektion er jedoch nie erreicht hatte, dann würde er wohl die gesamte Nacht am Strand verbringen. Sie hatten einen stärkeren Willen als alle anderen gehabt und dies war es letztlich gewesen, nichts anderes, was sie an den Punkt gebracht hatte an dem sie heute stand.
Sein Kopf ging kurz gen Himmel und er konnte einige Drachen dabei erkennen, wie sie in der Luft miteinander rauften und beinahe abstürzten, ehe sich die langen Flügel erneut entfalteten und Sie sich so kurz über dem Meer abfingen. Ein weiteres Mal lächelte er, doch diesmal nur für einen Augenblick, als wage er nicht in diesem Augenblick zu verharren.
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Jun 01, 2014 11:13 pm

"Ilihas" Oromis Stimme wurde durch die Straßen von Narda getragen, während der Elf mit den langen, weißen Haaren auf Caladhiels alten Schüler zutrat und diesen begrüßte. "Ist soweit alles in Ordnung?". Seine Hand war mit einige dicken Mulbinden umwickelt worden und zeigten noch immer deutlich die Verletzung, die er im Kerker von Teirm erlitten hatte. "Ich habe gehört auf Teirm sind einige Soldaten zumarschiert. Gibt es darüber etwas was wir wissen sollten? Irgendwelche Neuigkeiten?" es war wichtig, dass sie wussten was momentan in der Welt geschah. Vor allem jetzt da Caladhiel fort und in Teirm so viel los war. Er strich sich den Mantel glatt, welcher vom Wind ergriffen worden war und sich in einem nahe stehenden Fass verheddert hatte.
"Ich hoffe doch du bringst keine schlimmen Neuigkeiten mit. Es gibt wahrhaft genügend dunkle Nachrichten heutzutage. Weitere können wir nicht gebrauchen"
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Jun 01, 2014 11:23 pm

„Oromis, mein alter Freund.“ Er begrüßte den alten Reiter mit einer kurzen Umarmung, ehe sich dieser seinem Gang an dem Strand anschloss. Er wirkte noch immer wie damals, als Ilihas selbst noch ein Schüler gewesen war. Ruhig und ein wenig in sich gekehrt und er konnte sich nur allzu gut an die Geschichten erinnern, die Caladhiel immer wieder hervor geholt hatte, wenn sie beide ein wenig mehr Zeit gehabt hatten. Das Sie damals diejenige gewesen war die ihn zu allerlei Unsinn verführt hatte und ihn oftmals einfach mit sich gezogen hatte. Letztlich war er wohl stets nur aus Sorge um die alte Freundin geblieben, doch eben dies zeichnete ihn aus. Denn selbst jetzt sorgte er sich um alles und jeden.
„Nun ich weiß nichts genaues, ich bin seit längerem in Narda und … nun du weißt ja wie es um mich steht, lehre die Jüngeren Reiter. Die meisten haben heute Freigang, weshalb ich mir diesen ebenfalls erlaubt habe und all die Anlagen inspiziert habe, die wird im Begriff sind zu bauen. Erstaunlich, findest du nicht?“ Er deutete auf die provisorischen Wälle und Gräben, die ausgehoben wurden, was jedoch ein Resultat von nur wenigen Tagen war. Die Motivation dieser Leute hier war unvergleichlich, höchstwahrscheinlich deswegen, weil sie nun etwas hatten, mit dem sie sich identifizieren konnte, auf das sie stolz sein konnten. Ihre eigene Heimat.
„Was … ist mit dir passiert? Ich kann mich nicht daran erinnern das man mit Schriften und Bücher derartige Unfälle zustande bringt?“
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Jun 01, 2014 11:29 pm

"Zumindest sind weder Brieföffner noch Seiten aus Pergament scharf genug um solche Verletzungen anzurichten" stimmte Oromis zu, während sie an einigen Kindern vorbei kamen welche sich schreiend und johlend durch die Gassen jagten. Zwei von ihnen ritten auf hölzernen Stecken mit Drachenköpfen, während die anderen ihre Gesichter mit Ruß schwarz bemalt, Ziegenhörner auf den Kopf gesetzt oder hölzerne Schwerter in der Hand hatten und Monster, Urgals sowie Banditen darstellten. Es war eine gute Zeit und Narda war ein Hort der Ruhe. Zumindest solange die einzigen Gefahren innerhalb der Stadt von hölzernen Drachen besiegt werden konnten.
"Ich zog mir diese Verstümmelung in Teirm zu. Lord Thomas Velaryon war der Ansicht, dass Blut besser als Tinte schreibt und die Hochmeisterin von seinen Ideen eher angetan wäre, wenn er mich in Stücken zu ihr zurück schickt. Dank seiner Tochter konnte ich jedoch aus dieser misslichen Lage entkommen"
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   Mo Jun 02, 2014 8:27 pm

„Katherine Velaryon?“ Er glaubte sich zu verhören, doch kannte er keine andere hohe Frau bei den Verlaryons als Sie. Was hingegen die Familie an sich betraf, so hatte er zwar nicht alles, doch zumindest die wichtigsten Neuigkeiten stets erfahren. Und das ein Schatten inzwischen schon vergangene Menschen wiederholte, um sich erneut auf diesem Antlitz der Welt wandeln zu lassen, mit wer weiß welchen Konsequenzen, war eine Tatsache die bedrohlich war, durch ihre indirekte Wirkung jedoch allzu leicht in Vergessenheit geriet.
„Wenn wir den Schatten weiter gewähren lassen, dann wird er auch irgendwann diese Stadt hier betreten und ebenso mit Dunkelheit besudeln, wie er es mit dem Rest des Landes vorhat.“ Spielende Kinder, anstatt von trübsinnigen Fischer die des Abends am Strand liefen waren ein deutliches Zeichen für Veränderung, doch machte sie diese gleichwohl angreifbar und das letzte was er wollte war, unter diesen Unschuldigen hier derart viel Leid zu erleben, wie ein Schatten im Stande war zu verursachen. „Die Welt ist eigensinnig, nicht wahr?“ Das Wasser schlug gegen einen kleinen Steg, unweit von ihm entfernt und ein paar einzelne Tropfen fielen ihm daraufhin ins Gesicht.
„Wir sind vor damals mit dem Wissen gegangen, dass diese Welt nun auf sich selbst achten kann. Ich habe mit einigen unserer Brüder gesprochen. Die Meinungen sind recht zwiegespalten. Die einen denken, wir sollten uns erneut zurückziehen, dass dies nicht länger unser Kampf sei und wir unsere Heimat nur mit unseren Drachen zusammen finden können…“ Mit einem leisen Schnaufen zog er seinen Schal ein Stück höher. „Und andere wiederum denken, dass wir seit jeher für dieses Land verantwortlich sind und viel strenger vorgehen müssen, die Menschen im Notfall leiten müssen, wenn sie sich nicht von selbst helfen lassen wollen.“
Es war traurig, wobei – im Grunde war es nur natürlich. Mochte ihr Orden auch noch so hehre Ziele haben, letztlich hatten mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie jedes andere Lebewesen auch. „Und ich vertrete wie ich festgestellt habe eine recht unkonventionelle Meinung.“ Als Oromis ihn fragend ansah, zuckte er kurz mit den Schultern. „Ich bin der Meinung das Caladhiel genau das Richtige tut. Die Menschen wissen noch immer das wir da sind, müssen jedoch selbst begreifen, dass sie uns brauchen.“
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   So Jun 15, 2014 11:49 pm

Bereits von Weitem kam die große Stadt in Sicht und unweigerlich breitete sich ein Lächeln auf ihren Zügen aus. Sie roch das Salz des Meeres, konnte am Himmel die Gestalten der Drachen erkennen, die um Vroengard herum kreisten, hörte das Rauschen der Wellen an den Klippen und Stränden des Fürstentums, das ihnen erst vor einem knappen Jahr von Stephan Hamleigh überschrieben worden war und das sich seitdem so sehr verändert hatte. Hohe Türme ragten in den Himmel und als Anwars große Gestalt über die Felder flog, konnte Caladhiel durch die Augen des Bündnispartners die hohen Getreidehalme erkennen und glaubte für einen Moment das Lachen der Menschen zu hören, das bis zu ihren Ohren heran drang. Die Häuser waren inzwischen vollendet worden, ragten steinern in die Höhe während Soldaten am Strand ihre Übungen vollführten, andere marschierten auf den steinernen Straßen und die nächste Gruppe übte auf dem Trainingsplatz, der von ihnen errichtet worden war. Auf einem der Türme stand ein älterer Reiter gemeinsam mit seinem Drachen und brachte den Jüngeren bei, wie es war, auf dem Drachen zu fliegen und sich mit ihm in die Lüfte zu schwingen. Es war ein merkwürdiges Gefühl der Wärme, das sich in ihr ausbreitete, als sie all das sah, was aus dieser Stadt geworden war - die Händler sah, die am Straßenrand ihre Stände aufgebaut hatten und mit bunten Farben ihrer Stände auf sich aufmerksam machen wollten.
'Das hier ist das, was wir wollten. Das hier ist Heimat, Anwar - unsere Heimat und die von so vielen anderen. Die ganze Arbeit hat sich gelohnt', ließ sie den großen Drachen wissen und beugte sich ein Stück zu ihm herab, ihm noch einmal sanft über die Flanke streichelnd. Das, was sie dort unten sah, machte sie stolz - stolz darauf, ein Teil von dieser neuen Welt sein zu dürfen, die sie gemeinsam mit so vielen anderen erschaffen hatte und stolz darauf, dass ihr Traum etwas Neues zu erschaffen, einen sicheren Hafen zu bieten, ein Stück näher gekommen war und stolz darauf, dass ihr so viele andere den Rücken stärkten und sie nach Kräften unterstützten. Narda war eine neue Heimat für sie geworden, ein Ort, der sie zu einem Teil des Landes machte und sie nicht mehr auf einer Insel aussperrte - es würde wachsen und gedeihen.
Als Anwar zur Landung ansetzte und sich die mächtigen Schwingen dem Boden vor der Stadt näherten, richtete sich die Elfe langsam auf und kam schließlich mit einem einzigen Satz auf dem Boden auf, die Augen für einen kurzen Moment schließend und neben ihrem Bündnispartner stehen bleibend, auf dessen Hals noch immer ihre Hand ruhte.
'Wir sind Zuhause, An ...'

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You were there by my side on the frontline
When I thought that I fought without a cause
You gave me a reason to try"
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   Mo Jun 16, 2014 1:10 am

Kylian war einer Strafe bisher entgangen, doch er wusste, dass diese noch kommen würde. Bisher war Caladhiel einfach nicht da gewesen um ihm eine Stadtpauke zu halten und ihm eine Strafe, die er verdient hatte, auf zu brummen und Kylian wunderte sich die ersten Tage, dass sie mit Anwar nicht sofort angeflogen kam, um ihm den Marsch zu blasen. Dann ging ihm ein Licht auf; Oromis hatte ihr vermutlich einfach noch nichts gesagt und darum war sie noch nicht da gewesen. Er musste zugeben, dass er sich ein bisschen schlecht fühlte, weil die anderen bereits bestraft wurden, während er bsiher augenscheinlich unversehrt aus der Sache heraus kam. Nesireä versuchte ihn jedoch zu beruhigen, indem sie ihm sagte, dass er seine Strafe schon noch früh genug erhalten und die anderen ahnen würde, dass man nur darauf warte, bis die Hochmeisterin wieder bei ihnen war. Dennoch beruhigte Kylian das nicht wirklich und er hatte bereits den Entschluss gefasst, es ihr selbst zu sagen, sobald sie angekommen war.
Darum stieg ein gewisses Unwohlsein in ihm auf, als er den gewaltigen schwarzen Drachen über den Himmel fliegen sah. Er machte sich sofort auf den Weg zu seiner Meisterin, die er ja eigentlich immer nur stolz gemacht hatte, indem er gelernt, gearbeitet und sich Anweisungen gefügt hatte. Doch das war wirklich ein fataler Ausrutscher gewesen, denn sie alle hätten sterben können. Aber es war passiert und er musste für seine Entscheidung gerade stehen. Doch als er seine Meisterin sah, wirkte sie einfach zu ausgelaugt, zu müde und geschafft, von den Strapatzen der Reise und dem was in Surda passiert war. Darum, und weil er auch nicht wirklich etwas dagegen hatte, wenn ein anderer ihr seine Verfehlung berichtete, hielt er sich doch zurück. "Caladhiel, ich bin froh dass ihr wieder zurück gekehrt seid. Ich hoffe euch geht es gut und eure Reise war erfolgreich?", begrüßte Kylian sie lediglich und neigte das Haupt vor ihr.
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   Mo Jun 16, 2014 6:41 pm

Als sich die kleine Gestalt eines jungen Reiters ihr näherte, breitete sich das Lächeln der Elfe noch ein Stück weiter auf ihren schmalen Zügen aus und rief das warme Gefühl zurück, welches sie in ihrem Inneren empfand und was letztlich der Grund dafür war, dass sie einen Schritt nach vorn auf den Jüngeren zumachte und ihn behutsam umarmte. Sanft strich sie ihm über die rabenschwarzen Haare ehe sie sich wieder von ihm löste und die blauen Augen über sein Gesicht streifen ließ - er war gewachsen und sie glaubte etwas in seinen Augen zu erkennen, das bei ihrer Abreise noch nicht dort gewesen war, der neblige Hauch von einem Vorwurf und dem schlechten Gewissen, das ihm ins Gesicht geschrieben stand und das sie nur allzu gut von sich selbst kannte, als sie etwas angestellt hatte. Doch einstweilen beließ sie es dabei, sprach den Jüngeren nicht darauf an und ließ ihre Lippen lediglich ein "Ich bin froh, dich wieder zu sehen und zu sehen, dass es dir gut geht" formen, welches von einem weichen Lächeln begleitet wurde. Sie hatte den Jüngeren vermisst, hatte sich immer wieder Vorwürfe ob ihrer langen Abwesenheit gemacht und befürchtet, Kylian würde im Vergleich zu den anderen Schülern zu kurz kommen und ihr eben dies nun zürnen, doch nichts davon sah sie nun vor sich, während seine weiße Drachendame sich unlängst bereits neben Anwar gesellt hatte und neben ihm auf dem Boden lag, sichtlich zufrieden über dessen Rückkehr schien.
"Verzeih, dass ich dich so lange habe allein lassen müssen", setzte die Elfe noch nach ehe sie einen Schritt an ihm vorbei machte und ihn mit einer sachten Geste dazu einlud, sie zu begleiten. Schlafen und sich ausruhen konnte sie später noch, sobald sie sich ein Bild von der aktuellen Lage verschafft hatte und wenn sie hierbei noch ein wenig Zeit mit ihrem Schüler verbringen konnte, war ihr das mehr als recht und ein paar weitere Stunden wert. "Kommst du mit deinen Übungen gut voran?"
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BeitragThema: Re: Straßen von Narda   Mo Jun 16, 2014 10:12 pm

"Es ist nicht eure Schuld, Meisterin. Ihr habt Pflichten, die es zu erfüllen gilt.", erwiderte Kylian mit einem freundlichen Lächeln und folgte Caladhiel. Er freute sich, dass seine Meisterin ihn gern hatte und sich nicht scheute ihn in den Arm zu nehmen. Er konnte ihr ansehen, dass sie sich Vorwürfe machte, weil sie so wenig Zeit mit ihm verbringen konnte, doch Kylian nahm ihr das ganz und gar nicht übel. Er wäre der letzte der traurig wäre, weil seine Meisterin ihre Pflichten erfüllte. Ihm zeigte das nur, dass er von ihr viel und vorallem das Richtige lernen konnte. Eine Meisterin die sich nur auf ihn fixierte und ihre anderen Aufgaben zu seinen Gunsten vernachlässigte, wäre die falsche Meisterin für ihn gewesen, mochte sie noch so viele Stunden mit ihm verbringen können. Denoch; Es war nicht von der Hand zu weisen, dass Kylian sich immer wieder freute Caladhiel wieder zu sehen.
"Ich komme gut mit meinen Übungen vorran. Meine Lehrmeister loben mich hin und wieder. Ich bin wohl auf einem guten Weg.", erklärte Kylian zurückhaltend. Er war keiner der mit seinen Erfolgen prahlte, eigentlich war es ihm schon fast unangenehm es zu erwähnen. Warum sollten andere schließlich davon hören, dass er gelobt wurde? Es reichte doch, dass er gelobt wurde, es war ja auch nur von Bedeutung für ihn selbst und keinen anderen. Doch Caladhiel sollte er es sagen, schließlich war sie seine Meisterin und sie war vermutlich die einizge, für die es ebenfalls von Bedeutung war.
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