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 Königliches Archiv

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BeitragThema: Königliches Archiv   So Sep 01, 2013 11:28 pm


Das königliche Archiv ist in einen großen Hain aus vielen Dutzenden Bäumen gesungen. In den beeindruckend langen Regalreihen stapeln sich Schriftrollen und schwere, in Leder eingebundene Bücher zu fast allen Themen. Das Archiv steht allen Elfen offen und verfügt neben wissenschaftlichen Sammlungen auch über eine große Anzahl von poetischen und literarischen Werken und sogar Bücher, die von Menschen und Zwergen verfasst worden sind.
Das Archiv befindet sich in der Nähe des königlichen Palastes.
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BeitragThema: Re: Königliches Archiv   Mo Sep 02, 2013 2:10 am

[In der Abteilung für Kriegskunst...]

Caenir blickte über die kleine Schar junger Elfen, keine der anwesenden Handvoll war älter als 120 Zyklen, die sich in einem Studierzimmer etwas abseits des großen Archivs versammelt hatten. Alles junge Gesichter, die bereits erste Kampferfahrungen gesammelt hatten und unter Umständen für wichtigere Aufgaben ausgewählt werden würden.
Genauso wie angehende Höflinge und Offiziere die Historie, Mathematik und Musik erlernen mussten, wurde der theoretischen Ausbildung in der Kriegskunst seit einigen Jahren erhöhte Bedeutung zugemessen. Und das war mehr als notwending, empfand Caenir, denn nur so würde sein Volk auf mögliche Kriege in der Zukunft bestmöglich vorbereitet sein. Es ging nicht nur darum, dass einzelne Bewaffnete taktisch richtige Entscheidungen trafen, sondern auch darum einen längeren Konflikt, der die personellen Ressourcen seines Volkes angreifen und abnutzen würde, zu überstehen. Der Verlust gut ausgebildeter und kampferfahrener Offiziere wog weit weniger schwer, wenn Heerscharen gut ausgebildeter und kampferprobter Unteroffiziere bereit standen, sie hinterlassene Lücke zu füllen. Und es war Caenirs Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Elfen im Falle eines Falles in der Lage wären, auch nach substanziellen Verlusten ihrer Streitmacht handlungsfähig zu sein.
Ohnehin sorgte sich Caenir weniger um den Waffengang als solches, sondern vielmehr um die Zeit danach. Selbst wenn die Elfen einen möglichen Krieg siegreich führen könnten, so verlören sie doch mit jedem Soldaten weiter an Boden. Egal wie viele Gegner ein einzelner Gegner ausschaltete, jeder Verlust traf das Elfenreich hart. Während die Menschen die Verluste eines Krieges innerhalb von zwei Generationen, also einem halben Jahrhundert, ausgleichen konnten und danach mit erneuter Macht über einen Feind herfallen konnten, so würden die Verluste einer einzigen Schlacht die Kinder der Sterne für gut zweihundert Jahre geschwächt zurücklassen - und das war eine sehr optimistische Schätzung.
Doch jetzt hatte er sich auf seine Lehre zu konzentrieren.
"Gemäß der gängigen Lehrmeinung in der Taktiktheorie ist der Verteidiger in einer Belagerung stets im Vorteil. Er wählt das Gelände, welches für ihn meist sehr vorteilhaft ist. Der Angreifer muss seine Truppen aufteilen, sich gegen Ausfälle wappnen und Entsatztruppen mit Macht begegnen können. Auch wenn ihr dies nie vergessen solltet, so wurden in der Geschichte doch die meisten Belagerung dadurch verloren, dass der angreifende General ob dieser Nachteile kein Risiko eingehen wollte. Na'ftalel, eine bekannte Belagerung, die sich gemäß der Sage lange vor unserer Zeit in dem Kontinent auf der anderen Seite des großen Meeres zugetragen hat, wurde von einer erdrückend-überlegenen Streitmacht verloren, die nicht wagte ein Risiko einzugehen. Die Festung Ftalel war eine Schildburg, deren Mauern riesig, stark und gut befestigt waren und die über einen Höhenpfad durch ein Gebirge versorgt wurde. Der angreifende General gewährte dem Verteidiger diese Wahl des Ortes, vermied das unübersichtliche Gebirge und versuchte die gesamte Bergkette mit einem Belagerungsring einzuschließen. Stattdessen befahl er die Belagerung der Wälle: Das Ergebnis war, dass der Angreifer bei der Belagerung eines gesamten Gebirges einen Großteil seiner Ressourcen verausgabte, ohne den Höhenpfad wirksam zu bekämpfen. Der Sturm auf die Wälle litt unter dieser Schwäche und Ftalel wurde weiterhin versorgt. Der Angreifer wagte nicht, das Risiko eines Gebirskampfes einzugehen und verlor.
Seht es so: Teilt, und herrscht, der eherne Grundsatz jeder Taktik. Selbst wenn der Verteidiger den Ort im Großen zu wählen vermag, so müsst ihr als Angreifer eine Ebene darunter, sehr lokal, den Ort Eures Kampfes wählen. Eine schwache Mauer, ein schlecht verteidigter Turm, oder, wie in Ftalel, ein ungünstig gelegener Pfad, die Gelegenheiten sind mannigfaltig.
Und letztlich wird fast jedes Gerät, seien es die riesigen Wurfmaschinen..."

Caenir deutete auf die Zeichnung einiger Katapulte an der Wand,
"...oder diese Klettereisen für diejenigen, die Wälle stürmen..."
Seine rechte Hand klopfte auf Metallarmschienen, die mit Haken und gebogenen Ösen ausgestattet waren, um ihrem Träger das einfache Erklimmen von Steinwällen zu ermöglichen,
"...nur dazu verwendet, um den von Euch gewählten Ort anzugreifen. Denn die Stärke der Ortes des Verteidigers ist gleichzeitig seine Schwäche. Eine Festung ist starr, ihre Mauern sind unverrückbar, sie muss stets überall verteidigt sein. Der Angreifer kann schnell sein, fließen, und stets dort zuschlagen, wo der Verteidiger eine Schwäche zeigt. Denn der Verteidiger darf keine Fehler machen. Eine unverteidigte Mauern ist sein Untergang. Der Angreifer ist flexibel. Eine Flanke wird unzureichend bewacht? Der Verteidiger kann diesen Fehler kaum strafen, ohne seinen gewählten Ort aufzugeben. Seid wie das Wasser, wendet ihre eigene Stärke gegen sie."

Caenir machte eine Pause und nahm einen Schluck Quellwasser aus einem fein ziselierten Glas, welches auf der glatten Oberfläche der hölzernen Rednerpults stand. Den richtigen Ort finden. Belagerung waren nur eine Spielart der allgemeinen Schlacht, der einzige Unterschied war, dass der Verteidiger seinen ersten Zug machen konnte.
Jetzt würde er auf einige der standardtaktischen Manöver eingehen, auf Gegnertäuschung und auf Verlagerung von Kampfressourcen um lokale Übermachten herzustellen.
Doch dazu sollte es nicht kommen:
Er bemerkte die Präsenz eines weiteren Geistes noch bevor der Vogel durch den Einlass für Sonnenlicht im Raum landete und ihm einen Brief mit königlichem Siegel überbrachte. Es war ein Vogel Ihrer Majestät, die eine besondere magische Ausstrahlung hatten und nur für wichtige Botschaften der Königin persönlich verwendet wurden. Mit gerunzelter Stirn öffnete Caenir den Umschlag und überflog die Zeilen, die ihn umgehend zum Palast der Königin beorderten.
Entweder ein Krieg mit den Menschen, den er seit jeher prophezeite, war ausgebrochen und der oberste Berater der Königin für militärische Frage benötigte seine Expertise, oder ein diplomatischer Vorfall benötigte einen Verhandler mit genau seiner Erfahrung.

"Der heutige Unterricht ist damit beendet. Denkt über das lokale Wählen eines Ortes nach und studiert "Mauerfälle" von Camus aus dem Hause Sartryon. Mögen die Sterne über Euch wachen."
Er legte zwei Finger an die Lippen und verabschiedete sich so auf eine schnelle Weise, dennoch jedoch würdevoll und höflich.
Mit eiligen Schritten durchmaß er das Archiv, nahm an seinem Arbeitsplatz sein reich verziertes Pallasch, das zu seiner Paradeuniform gehörte auf und nahm seinen Helm aus, der mit den Rangabzeichen eines Oberst der königlichen Garde verziert war. Es war keine Zeit für den Rest seiner Uniform für zeremonielle Anlässe, doch dies würde dem Anlass genüge tun.

Fortführung:
Palast der Elfenkönigin
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BeitragThema: Re: Königliches Archiv   Mi Sep 04, 2013 11:05 am

[in Caenirs Arbeitszimmer...]

Caenir war vom Palast der Elfenkönigin zurück zum königlichen Archiv geeilt, wo sein Arbeitszimmer den Großteil seines Hab und Guts beinhaltete. Er besaß zwar auch noch Zimmer im Baumhaus seiner Eltern in Sílthrim, doch in Ellesméra benötigte er nur diesen kleinen Raum mit Schrank und Tisch, welches in eine verwrungene Erle hineingesungen war.
Mit schnellen Handbewegungen notierte er einige Anweisungen für die anderen Gelehrten im Archiv, die seine Abwesenheit erklärten und die weitere Vortragstätigkeit über Kriegskunst, insbesondere über Belagerungen regeln sollten. Die Königin hatte ihn zwar nach Ilirea geschickt, dennoch würden seine anderen Aufgaben nicht darunter leiden.
Dann machte er sich daran sein Reisegepäck zu packen.
Da er Du Weldenvarden verlassen würde, entschloss er sich seine Rüstung zu tragen und verstaute sein normales Gewand  in einer Satteltasche, die ein Läufer allerdings auch auf dem Rücken tragen konnte. Aus der Abteilung für Kräuterkunde besorgte er sich zwei Phiolen mit betäubenden Substanzen, die er in seiner Gürteltasche verstaute und befestigte sein Schwert und seinen Dolch an seinem Gürtel, während er sein Zeremonienschwert an seinem Schild befestigt, welcher er auf dem Rücken tragen würde. Außerdem griff er nach einem mit Wolle unterfütterten Reisemantel aus gewachsten, grünen Leinen, der ihn vor allen Widrigkeiten des Wetter wie Kälte und Regen beschützen sollte. Dazu kam noch etwas Proviant, einige, kleine, mit Faelnirv gefüllte Glasflaschen, ein Beutel voller Kronen und sein Helm.
Er würde auf alles vorbereitet sein.
Ein letztes Mal noch schweifte sein Blick durch sein Arbeitszimmer, bevor er sich entschlossen umwandte und sich auf seinen Weg nach Ilirea begab.

Fortsetzung:
kleiner Ausläufer am Ramr
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BeitragThema: Re: Königliches Archiv   Sa Apr 05, 2014 9:27 pm

Oromis hatte sich nach einiger Zeit von der kleinen Gruppe aus dem Gasthaus verabschiedet, da er befürchtete, dass das Gespräch zwischen Astaya und Aleia noch länger dauern könnte und er hatte leider wirklich keine Zeit um an diesem Gespräch teilzuhaben.
"Vielen Dank mein alter Freund" flüsterte Oromis und dankte dem Elfen am Eingang des königlichen Archivs, welcher der Sohn eines alten Freundes war und hier nun seine Bestimmung gefunden zu haben schien. Möglicherweise waren alte, staubige Schriftrollen ein seltsamer Ort um verbündete zu suchen aber genau darum ging es. Er musste dort suchen wo es niemand vermutete - musste Freunde finden die nicht unter dem Einfluss der Königin standen. Elfen, denen er vertrauen konnte. Er führte eine Liste mit den vielversprechendsten Namen. Elfen, welche von Dellanir ins Exil geschickt wurden, alte Elfen welche sich in den Wald zurück gezogen hatten, Elfen die sich bisher immer von Politik distanziert hatten. Er brauchte jene ausgestoßene Gesellschaft, jene Blumen die im Schatten blühten und wenngleich es auch Hemione wohl niemals für Möglich gehalten hätte - ihre Vorliebe alles auf Dokumenten festzuhalten um es rechtskräftig werden zu lassen gereichte ihm nun zum Vorteil. Er rollte das Dokument zusammen und stand auf. Es wurde Zeit Verbündete zu sammeln.
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