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 Gasthaus ´Zur singenden Amsel´

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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   Do Mai 29, 2014 12:51 pm

Fremde Kulturen, selbst in seinem eigenen Land waren etwas, dass ihn mehr durcheinander brachte, als selbst die Marketenderinnen es vermocht hatten. Seit jeher hatte er sein Leben in dem Landesinneren verbracht, sich nie darum geschert was in den anderen Teilen der Welt geschah, nicht einmal darum, was innerhalb dieses Landes, in den anderen Städten passierte. Und war bereits Ilirea etwas, das ihn zum Staunen und zum Nachdenken gebracht hatte, so war es nun Narda, das ihn in seinem durchaus beschränkten kulturellen Verständnis vollständig überforderte.
Er hatte nur ein kurzes Mahl zu sich nehmen wollen, bevor er wieder zum Stützpunkt der Reiter ging, in der er seit mittlerweile einer Woche untergebracht war. Die Menschen und Elfen dort waren nicht derart mürrisch und verdrossen wir die meisten Soldaten in den anderen Städten, dafür jedoch umso mehr auf Disziplin und Ordnung versessen, etwas, das er in seinem bisherigen Leben selten oder gar nicht erlebt hatte. Es gab klare Regelungen, man wurde geweckt wenn die ersten Sonnenstrahlen zu erblicken waren und über die, inzwischen erneuerten Dächer klommen. Backsteinrote Ziegel, von denen nur die wenigstens Gebrauchspuren oder gar Schäden aufwiesen. Ein Fortschritt, der nur in den wenigstens Städten zu erkennen waren.
Man hatte zehn Minuten Zeit im sein Bett adrett herzurichten, ehe einer der Offiziere jedes einzelne überprüfte und dieses schlichtweg umwarf, wenn er liederlich oder ungenügend hergerichtet war. War er selbst noch in den ersten drei Tagen einer der Betroffenen gewesen, von denen das Bett stets zur Seite geworfen und damit noch unansehnlicher gemacht wurde, ehe er lautstark widersprochen und von Ungerechtigkeit gesprochen hatte, so war er inzwischen doch daran gewöhnt und hielt klamm den Mund, wenn es einen der anderen Jungen traf. Viele waren in seinem Alter, einige Älter, andere Jünger, doch teilten nur die wenigstens seine Auffassung das dass alles hier nur Gängelei war und mit dieser Einstellung hatte er sich in den ersten paar Tagen mehr Feinde als Freunde geschaffen, sodass er inzwischen meist recht allein an dem Tisch saß. Doch jedes Mal wenn er darüber grübelte, glaubte er ein Stück mehr zu verstehen, warum man all dies tat.
Denn vor dem eigentlichen Training, das bedauerlicherweise nicht auf den Schwertkampf, sondern eher auf den Kampf mit Fäusten und Lanzen ausgelegt war, folgte jeden Morgen ein Appell vor den Toren der Stadt, welcher stets zwei Stunden ging, gefolgt von einem langen Marsch.
Auf die Frage, warum man ihm nicht mit dem Schwert ausbilde wurde ihm nur geantwortet, er habe noch genug Zeit und genug Lehrer für das Schwert, doch müsse ein wahrhaftiger Kämpfer mehr können, als nur eine Waffe zu beherrschen und vor allem anderen den stetigen Willen zu Verbesserungen, in jeder einzelnen Waffenkategorie zeigen.
Noch immer blickte er verdrossen auf die Krabbe vor sich. Er kannte diese Tiere aus Seen, auch wenn er in seinem gesamten Leben vielleicht zwei zu Gesicht bekommen hatte, doch deren Fleisch essen? Es kam ihm vor als würde jeder einzelne Happen kleine Widerhaken besitzen, die sich in seinem Hals absetzten, auch wenn es nur der Ekel war, der dies hervor rief, sodass er den Teller schließlich beiseite schon. Er hatte einen langen Tag in der Kaserne gebracht und in seinem ersten Freigang versucht, ein wenig Ruhe zu finden, doch bisher hatte er nur das gefunden, was die anderen Städte auch zu bieten hatte. Menschen die er nicht kannte und die unfreundlich reagierten, wenn man sie Ansprach. Huren die sich einem an den Hals warfen, viel zu teure Waren bei den Handelsständen und, zusätzlich zu alle dem, Essen das er weder kannte, noch weiter ausprobieren wollte.

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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   Do Mai 29, 2014 4:43 pm

Einer der jüngeren, menschlichen Reiter war aufgestanden, nachdem er einige Zeit lang Noah dabei zugesehen hatte wie dieser einsam und alleine seine Mahlzeit hinunter geschlungen hatte. Er nahm die große, hölzerne Platte auf welcher sein Essen stand und machte sich mit dieser langsam und gemütlich auf den Weg zu dem jungen Knappen, ließ sich auf die Bank ihm gegenüber sinken und sah ihm dann eine Zeit lang in die Augen. "Du musst die Krabbe aufbrechen. Man isst das Fleisch und nicht die Schale mit Wuschelkopf. Die anderen machen sich schon die ganze Zeit über dich lustig" erklärte er still und brach dann selbst die Schale auf, pulte das weiße Fleisch heraus und aß es langsam.
"Dafür, dass du hier beinahe verhungerst machst du aber ganz schön viel Wind. Was hast du dir eigentlich dabei gedacht als du dich öffentlich so sehr über die Reiter beschwert hast? N paar der Jungs wollen dir heute Abend auf dem Weg zur Kaserne auflauern und dir ne Lektion verpassen"
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 4:00 pm

„Ich weiß das man sie aufbrechen muss..“ Fluchte er leise vor sich hin, ließ das Essen jedoch von sich geschoben. Die seltsame Küche, all diese neuen Eindrücke und letztlich die Rekruten der Reiter. Jedem von ihnen wurde so viel in den Schoß gelegt, sie hatten eine Macht die jenseits von Gut und Böse war und jeder von ihnen würde mächtiger sein als ein normaler Mensch oder Elf. Das hatte sich bereits im Training bestätigt, denn jedes Mal wenn er mehr und mehr nach Luft schnappte, konnten die Reiterrekruten noch immer bedenkenlos fortfahren und sahen ihn mit einem spitzen Lächeln an.
„Was ich mir dabei gedacht habe? Ich habe meine Meinung geäußert, mehr nicht. Die Reiter stehen doch für die Freiheit ein, nicht wahr? Sollte ich dann nicht auch die Freiheit haben ohne Bedenken zu äußern, was ich über diesen Ort und ihre Besitzer denke?“ Vielleicht war das Wort Besitzer zu stark, zu scharf als das es wirklich das ausdrückte, was er sagen wollte.
Er wusste dass diese Stadt nicht gewaltsam von den Reitern eingenommen, sondern ihnen überstellt wurde, vor ein paar Monaten von dem Truchsess, dessen Laufzeit jedoch recht schnell ein Ende gefunden hatte. Doch nichts desto trotz war dies hier eine Menschenstadt und Menschen, nicht Reiter sollten sie beherrschen. Doch wer war er, sich darüber eine Meinung zu bilden? Gawain hatte ihm oft genug gesagt das er sich aus Dingen, die er nicht gänzlich verstand lieber heraus halten solle, konnte man doch ansonsten zu schnell etwas tun, dass man eigentlich gar nicht beabsichtigte.
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 4:19 pm

"Natürlich darfst du sagen was auch immer du willst. Nur solltest du mit dem Gegenwind, den diese Worte verursachen ebenso rechnen. Und außerdem gehört uns die Stadt hier nicht. Wir haben sie aufgebaut und unsere Bündnispartner, die Drachen und wir haben die Stadt hier wieder neu aufgebaut und den Bauern bei der Bestellung der Felder geholfen" erklärte er und aß selbst noch etwas von seinem Krabbenfleisch. "Diese Stadt wurde in unsere Verantwortung überstellt und wir werden niemanden enttäuschen, indem wir dies nicht würdigen. Wir sind keine Eroberer und auch keine Sklavenhalter. Und so hast du uns zumindest was deine Worte betrifft dargestellt" erklärte er ungehalten, wenngleich seine Worte auch nicht so scharf klangen wie sie hätten können.
"Ich will dir übrigends nichts böses, du kannst die Trotzreaktion also lassen. Was haben wir dir denn getan? Andere Männer würden sich darum reißen hier ausgebildet werden zu können und du ziehst ein Gesicht, als hätte man dir dein Skrotum verknotet"
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 4:34 pm

Er besah sich noch einmal den Jungen vor ihm, der in etwa sein Alter, vielleicht sogar ein oder zwei Jahre jünger war als er. „Du meisten Leute würden sich darum reißen hier ausgebildet zu werden.“ Er hatte inzwischen den Wert von Disziplin verstanden, davon wie man in einer Einheit agieren sollte und das es stets besser war, wenn man in geschlossener Formation vorrückte. Doch all diese Dinge würde er später wohl kaum gebrauchen können, denn schließlich würde er als Ritter dienen, nicht als Soldat in der königlichen Armee. Als einer der Leibwächter von Ileana vielleicht sogar, und in dieser Aufgabe galt es vor allem den Zweikampf zu meistern und nicht, wie man sich in geschlossener Formation verhielt, doch hatten die Reiter dieses Thema bisher nicht einmal angeschnitten.
Nichts desto trotz, es musste etwas Wahres in seinen Worten liegen, so zumindest schlussfolgerte er die Erlebnisse der letzten Tage, denn der Reiter vor ihm war bei weitem nicht der erste gewesen, der ihm derart zugesprochen hatte und versucht hatte ihn davon zu überzeugen, dass dies hier eine Chance war, die es zu ergreifen galt. „Ich bin mir nicht sicher ob und was ich aus diesen Monaten hier mitnehmen werde doch … nun zumindest die Ausbildung werde ich akzeptieren. Alles weitere, nun das wird die Zeit zeigen. Ich wollte weder dich noch deinen Orden für Narda anklagen, doch jeder zieht sich den Schuh an der passt, nicht wahr?“ Sein Lächeln wurde ein Stück ehrlicher und er schüttelte den Kopf. „Nein, nein verzeih das war unfair. Ich kenne all die Umstände nicht gut genug als das ich mir wirklich eine Meinung bilden kann.“
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 4:45 pm

"Dafür, dass du so schnell mit deiner Meinung bist, hätte ich zumindest erwartet, dass du nicht ganz so schnell mit deinen Entschuldigungen bist, Grünschnabel", schallt die helle Stimme einer jungen Elfe durch den kleinen Schankraum, indem sich inzwischen nur noch wenige der Schüler und Menschen der Stadt aufhielten, und mit einer einzigen Bewegung erhob sich eine junge Elfe von dem Tisch rechts neben den beiden anderen Schülern. Eärwen richtete die blauen Augen hinüber zu den anderen beiden und musterten jeden einzelnen davon, während ein kleiner rotschwarzer Drache neben ihr hopsend den beiden anderen näherte und neugierig begann an deren Kleidern zu riechen, bevor die kleinen spitzen Zähnchen sich in dem Stoff von Noahs Hose versenkte und sacht daran zog. "Elrohir!", wies Eärwen den kleinen Drachen zurecht und ließ sich zu Boden sinken, die Hände nach dem kleinen Wesen ausstreckend, das hopsend wieder zurück zu seiner Reiterin kehrte und in deren Arme sprang, sich von ihr hochnehmen ließ, nur um sich wenig später auf ihrer Schulter nieder zu lassen und sich darum zu schlingen.
Ein verlegenes Lächeln huschte über die Züge der Elfe ehe sie sacht den Kopf neigte und sich dann schließlich kurzerhand neben die anderen beiden Jungen an den Tisch sinken ließ, die Beine übereinander schlug und sich ein Stück weit zurücklehnte. "Du bist der neue Schützling, was? Soweit ich gehört hab, sollst du hier lernen, weil du bei den Menschen zu viel Blödsinn gemacht hast", führte sie dann ihre Erkenntnisse aus ehe sie die Hand ausstreckte und sie dem anderen reichte. "Ich bin Eärwen und der Kleine hier ist Elrohir. Freut mich dich kennen zu lernen."
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 5:05 pm

Als sich mit einem mal ein kleiner Drache an seiner Hose zu schaffen gemacht hatte, und kurz vorher ein erneuter, schnippischer Kommentar in seine Richtung gefallen war, hatte er den Kopf ein Stück weit gereckt um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. „Ähm, freut mich Eärwen und freut mich, Elrohir.“ Der jungen Reiterin konnte er noch die Hand geben, auch wenn er bei der Aussprache beider Namen in arge Schwierigkeiten kam, doch was sollte er mit dem Drachen tun? Er konnte ihm schlecht ebenfalls die Hand schütteln, und so strich er ihm schließlich nur zögernd über den Kopf, was das kleine Wesen interessiert beobachtete. Die Schuppen fühlten sich angenehm warm an, doch konnte er es mit keinem Stoff oder Material vergleichen, das er schon einmal berührt hatte.
„Nun, die Aussage stimmt wohl zur Hälfte.“ Gab er schließlich zur Antwort und schob den Teller zu der Reiterin, die sich gerade eben zu ihnen gesetzt hatte. „Wenn Elra..Erlu … dein Drache Hunger hat, bitte. Mir steht nicht wirklich der Appetit nach Krabbe.“ Er erkannte sie, jedoch nur nach mehrmaligen Grübeln. Er glaubte sich daran erinnern zu können dass er des Nachts ein paar Mal wegen ihr geweckt wurde. Am anderen Ecke der Stube, mehrere Meter entfernt hatte ihr einer der Aufseher mit sanfter Gewalt eben jenen Drachen aus den Armen genommen, da diese nichts in den Schlafgemächern zu suchen hatten. Ihm persönlich war es im Grunde gleich, doch die Tatsache das nicht nur er Probleme mit den strengen Regeln hier hatte, beruhigte ihn ein wenig.
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 5:16 pm

"Nein, nein - das ist schon in Ordnung. Er hatte heute früh schon ein größeres Frühstück, nachdem er meinen Teller auch noch leer gekriegt hat und ich will nicht, dass Elrohir irgendwann nicht mehr fliegen kann, weil er zu dick geworden ist", lautete Eärwens Antwort, die spielerisch ihrem Drachen sacht gegen den Bauch piekste und dafür mit einer kleinen Rauchfahne bestraft wurde, die der Elfe ins Gesicht wehte und sie kurz husten ließ. Sie war für einen Moment dankbar darüber, dass Elrohir noch kein Feuer spucken konnte und zu klein war, um zu fliegen oder sich mit Klauen und Zähnen wirklich zur Wehr zu setzen, selbst wenn die Elfe immer wieder sehnsüchtig in den Himmel geblickt hatte und sich vorgestellt hatte, wie es wohl sein mochte, dort oben zu fliegen und auf alle herab blicken zu können. Es würde noch Jahre dauern bis es soweit war.
"Ich versteh, dass du Probleme mit alledem hier hast - haben wir alle, wenn wir hierher kommen", setzte sie dann erneut an Noah gewandt an und musterte den Menschensohn noch einmal, der ihr gegenüber saß und stupste Elrohir mit einem Finger sacht gegen die kleine Schnauze als sie bemerkte, dass sein Blick hinüber zu der Krabbe glitt, die der andere stehen gelassen hatte. "Ich bin schon hier seit ich denken kann - Elrohir ist erst vor ein paar Monaten geschlüpft und vorher ... ich hab keine Ahnung, seit wann ich wirklich bei den Reitern bin, aber ich weiß, dass es für viele andere ziemlich schwierig ist und dass jeder von denen irgendwann mal wieder zurück nach Hause will", führte sie noch fort und verschränkte die Arme vor der Brust. "Also? Was ist deine Entschuldigung für deine Sichtweise, dass hier alles ziemlich blöd ist? Wer ist dir auf die Füße getreten?"
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 5:29 pm

"Ich bin bei den Reitern seit ich fünf bin" erklärte Dovydas und lächelte knapp. "Ich komme ursprünglich garnicht aus diesem Land sondern von jenseits des Meeres und nachdem dann Jadvyga geschlüpft ist und die Reiter wieder nach Alagaésia gezogen wurden habe ich mich natürlich aufgemacht um ihnen zu folgen" erklärte er und schenkte Eärwen ein Lächeln. Die junge Elfe war wie immer wunderschön und er bewunderte, wie das Sonnenlicht sich in ihren Haaren spiegelte, roch ihren Duft nach Meer und Blumen und rauchigem Feuer, das von ihrem Drachen herrührte.
"Wir Reiter haben eine Pflicht gegenüber allen Lebewesen. Unabhängig woher wir kommen oder das wir wollen" erklärte Dovydas und faltete die Hände auf dem Tisch.
"Ich habe mein Heim und meine Familie verlassen um hierher zu kommen und den Reitern zu dienen. Also hör auf dich zu beschweren. Du bist wie weit gereist? 800 Meilen? Wir haben das gesamte Meer überquert"
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 5:43 pm

Mit einem Mal wurde sein Protest deutlich leiser und während er sich erneut die beiden Reiter besah fragte er sich nach und nach, ob das was sie ihm gesagt hatten wohl wirklich wahr war. Ob sie wirklich eben solche Probleme am Anfang hatten, denn inzwischen schien dies hier ihre Heimat zu sein, denn in ihren Augen konnte er außer Freude und vielleicht einen Funken Erschöpfung des Trainings wegen nichts erkennen.
„Ich hab ebenfalls eine Pflicht, die Königin vor allen Feinden zu schützen, in Notfall auch mit meinem Leben.“ Er sagte es mit Stolz, doch spürte er das man ihm an dem Tisch dafür recht misstrauisch oder gar verwirrt anblickte. Die Reiter verpflichteten sich einem Reich, keiner Königin und gleichwohl stellte Noah es sich recht verwirrend vor, einem ganzen Land zu dienen. Ein Land gab einem keine Befehle, keine Anweisungen und Richtlinien. Man musste selbst bestimmten was das richtige war und für das Land handeln, gleich was das für einen selbst bedeutete.
„Und zu deiner Frage, wer mir auf die Füße getreten ist. Größtenteils eure Ausbilder. Mir ist bewusst das in einer Armee und auch bei einzelnen Soldaten Disziplin an erster Stelle steht, doch scheinen sie, egal was man ihnen sagt nicht von ihrem Tagesplan abzuweichen und … ich weiß nicht, mir kommt es mehr wie Sturheit als Struktur vor.“
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 6:08 pm

"Die Strukturen haben aber doch durchaus ihren Sinn und auch ihre Berechtigung" erklärte Dovydas und schüttelte den Kopf ob Noahs Worte. Der Junge vor ihm war älter, wenngleich er auch nicht so wirkte. "Und du willst die Königin vor allen Feinden schützen?" hakte er dann noch nach um ein interessanteres Thema anzuschneiden. "Hat Sie dich etwa schon in ihre Garde aufgenommen?" er grinste, wurde dann jedoch wieder ernst. "Und was ist, wenn Sie eine grausame Herrscherin werden wird? Wenn sie vielleicht korrumpiert oder von anderen für ihre dunklen Zwecke missbraucht wird?" fragte er. "Es ist nicht weise sich an einen Menschen zu binden. Ideale sind standhaft und behalten ihre Richtigkeit, egal was passiert. Menschen hingegen... Menschen sind Wankelmütig und alles andere als Entscheidungsfreundlich. Ich meine. Ich bin... ich war auch ein Mensch aber dennoch kann man darüber nicht hinweg sehen. Weißt du das denn nicht?"
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 6:18 pm

„Ich weiß wem meine Treue gebührt, ich kenne es nicht anders und die Königin..“ Er hielt kurz inne und seine Hand auf dem Tisch verkrampfte sich kurzzeitig. „.. ist eine der wahrhaft gutmütigsten Menschen die ich bisher kennen gelernt habe. Wenn es Jemand, rein aus seinem Wesen heraus verdient hat zu herrschen, dann sie. Die Liebe zu unseren Herrschern ist es, welche uns an unsere Pflicht und unsere Ehre erinnert.“ Nur allzu deutlich konnte sich Noah an die Worte von Gawain erinnern, die er ihm einst mit auf den Weg gegeben hatte, als er sich erneut mit ihm über Ileana unterhalten hatte.
Noch immer sah er sie wenn er die Augen schloss und möglicherweise lag es vor allem an der Sehnsucht, dass er diesen Ort hier schlecht redete. „Nun und was die Garde betrifft. Ich bin kein offizieller Gardist, doch ich…“ Sein Gesicht nahm langsam eine rötliche Färbung an und krampfhaft suchte er nach irgendeinem Thema, mit dem er von sich ablenken konnte.
„Sag mal, wo ist eigentlich dein Drache Dovydas?“
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 6:23 pm

"Ähm" erwiderte der Junge, schloss kurz die Augen und schien in sich hinein zu hören. Er blieb einige Sekunden lang so sitzen, starrte in die Ferne und Löcher in die Luft, ehe er antwortete. "Sie ist gerade draußen und hilft einigen Bauern. Ihr Karren ist umgefallen und sie kriegen ihn alleine nicht mehr hoch" erklärte er. "Die werte Dame ist zu groß um hier noch rein zu passen. Abgesehen davon ist sie zu Fein die Reste von meinem Teller zu essen. Lieber geht sie bereits selbst jagen oder bekommt extra für sie gefangenes Fleisch. Sie ist wirklich total wählerisch und ich komm aus dem Pflegen ihrer Schuppen fast garnicht mehr heraus. Dafür ist Sie aber eine der schönsten Mädchen, die ich jemals gesehen habe" sagte er ehrlich. Aber nicht so schön wie Eärwen oder wie darf ich das verstehen? Du bist ein Drache! Das ist etwas komplett anderes. Ich hab dich lieb er schmunzelte. "Warum fragst du?"
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 6:42 pm

„Aus reiner Neugier.“ Erwiderte Noah, welcher es inzwischen bereute die Krabbe von sich wegeschoben zu haben, denn trotz des seltsamen Geruches der von dem Tier ausging, würde er im Moment fast alles essbares zu sich nehmen und alsbald war ein leises Knurren zu hören, welches in dem Murmeln der anderen Gäste jedoch unterging.
Er musterte die beiden Reiter, die sich zu ihm dazu gesellt hatten noch einmal. Sie waren die einzigen die es für nötig befunden hatte sich einmal mit dem Störenfried, der seit einer Woche im Training integriert wurde zu unterhalten und ihn näher kennen zu lernen und allein dafür war er ihnen dankbar. Dovydas wirkte durchaus wie derjenige, der sich des Öfteren Außenseitern wie ihn annahm und nicht wirklich wie Jemand, der nach Einbruch der Nacht mehr als einen Schritt vor die Türschwelle tat, Eärwen hingegen, nun sie war in jedem Fall eine hübsche junge Frau und hatte, wie fast alle Elfen eine gewisse Ausstrahlung, derer er sich kaum entziehen konnte, auch wenn es anders war als bei der Elfe, die ihm damals das Schwert überreicht hatte.
„Nun, ich denke wir haben alle besseres zu tun als hier zu sitzen und uns darüber zu unterhalten, was Recht und Unrecht ist. Das sollten Leute entscheiden, die bei weitem weiser sind als wir. Was ähm, tut man denn hier so wenn man Freigang hat?“

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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 6:49 pm

"Freigang klingt als wären wir hier eingesperrt, Wuschelkopf", setzte Eärwen ihm entgegen und verschränkte die Arme vor der Brust während sie ihren Blick noch einmal schweifen ließ, um zu überprüfen, ob irgendjemand ihnen zuhörte, während sie hier in dem Raum saßen. Dovydas würde den Mund halten, das wusste sie, allein schon weil ihr einmal mehr seine Blicke aufgefallen waren, die er ihr zuwarf und die sie bislang versucht hatte zu ignorieren, aber was den Grünschnabel anging, war sich die Elfe gar nicht mal so sicher. "Hört mal", begann sie dann mit unheilschwangerer Stimme und beugte sich ein Stück weit nach vorn, den Blick verschwörerisch auf die beiden anderen gerichtet und ihre Stimme senkend. "Ich hab beim letzten Mal gehört, wie mein Meister davon gesprochen hat, dass die Patrouillen im Buckel verstärkt werden sollen und dass sie dort irgendwas suchen, was wohl wirklich wichtig sein muss", erklärte sie während helle Begeisterung in den Augen der Elfe aufblitzte - eine Begeisterung, die Elrohir nicht zu teilen schien, denn der kleine Drache schnaubte leise und begann leise zu quietschen, woraufhin Eärwen ihm sacht über die Schnauze strich.
"Schon gut, wir machen schon keinen Unsinn", versicherte sie dem Partner ihres Bundes, doch noch bevor sie überhaupt die letzte Silbe ausgesprochen hatte, lenkte sie ihre Aufmerksamkeit zurück zu den beiden, die mit ihr an dem Tisch saßen. "Wir könnten uns Pferde nehmen und selbst nachsehen, weshalb der Orden so aufgescheucht ist. Seit Meister Oromis zurück ist und die Hochmeisterin Hals über Kopf aufgebrochen ist, scheint irgendwas Seltsames hier vorzugehen und es ist auch nicht normal, dass wir hier Wälle bauen und Mauern ziehen wollen. Wollt ihr nicht auch wissen, was da draußen ist?"
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 7:05 pm

"Ich weiß es nicht ob ich das klug finden soll" antwortete Dovydas und rieb sich die Unterarme. Wenn die älteren Reiter schon so in Aufruhr waren, dann gab es dafür in der Regel verdammt gute Gründe und er wollte diese nicht in Frage stellen. "Ich meine wenn die Reiter ihre Patroullien verstärken, dann wird es dort oben Gefährlich sein. Wir könnten doch auch... ich weiß nicht. Uns ein kleines Boot schnappen und Segeln gehen. Also das heißt - wenn wir in Sichtweite der Küste bleiben" erklärte er und knetete seine Hände. Ihm war nicht wohl dabei gegen die Regeln zu verstoßen und mochte auch seine Drachendame noch so sehr sticheln, dass er ja nicht so ein Feigling sein konnte. Immerhin sei sie die größte Drachin von allen hier am Tisch sitzenden. Wobei der Wuschelkopf nicht einmal einen Bündnispartner hatte. "Also. Ich bin nicht feige oder so! Aber ich glaube das wäre viel aufregender. Im Buckel gibt es nur Steine und... Wölfe. Und Rehe und Bäume!"
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 7:24 pm

„Bootsfahrten? Also, nicht das ich nicht Interesse daran hätte, nur glaube ich nicht wirklich das wir dort viel mehr sehen werden als ein paar Drachen die über unsere Köpfe hinweg ziehen und unser Bott höchst wahrscheinlich ins straucheln bringen und Mücken, jede Menge Mücken.“
Dovydas, leicht ängstlicher Blick brachte ihn nur erneut zum Lächeln. Er konnte es nur allzu gut verstehen, schließlich war der Buckel nicht wirklich ein Ort, der zu netten Spaziergängen einlud. Und er selbst wollte bereits ebenso gegen den Vorschlag der Reiterin protestieren, als sein Blick auf sein Schwert fiel, das er am Gürtel trug. Vielleicht kam er so endlich zu der Gelegenheit, es einmal gegen einen leibhaftigen Feind einzusetzen und es nicht nur in endlosen Übungen gegen Strohpuppen zu verwenden. Möglicherweise würde er die beiden Reiter sogar vor irgend einer Gefahr retten können und sich somit einen Namen machen, was sicherlich bestätigen würde das er mehr war als nur ein störrischer Knappe, den man Zucht und Ordnung lehren musste.
„Ich finde der Buckel hört sich gut an. Was soll uns schon zu dritt passieren?“

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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 7:39 pm

"Siehst du, Dovydas - selbst unser Wuschelkopf ist männlicher als du es bist", lautete Eärwens Seitenkommentar, welche den anderen lediglich mit einem abschätzigen Blick gemustert hatte und dann schließlich den Kopf schüttelte bevor sie sich von ihrem Platz erhob. "Du kannst ruhig hier bleiben, Feigling, und zu deinem Meister weinen gehen, aber wenn du verrätst, wohin der Wuschelkopf und ich gehen, dann schwör ich dir, verprügel ich dich und du weißt, dass ich besser bin als du", setzte sie noch nach und lächelte entschieden, schob sich mit einer Hand das dunkle Haar über die Schulter zurück ehe sie selbiges mit einem schlichten Band zusammenband und sich dann an Noah wandte. Sie würde die Pferde besorgen und es den anderen Wachen schlichtweg damit erklären, dass ihr Meister sie gemeinsam mit Noah losgeschickt hatte, um für ihn irgendwelche Kräuter aus dem Buckel zu besorgen, die er für irgendein hochmagisches Ritual brauchte, um gegen einen dunklen und bösartigen Feind vorzugehen - die Männer würden es nicht in Frage stellen, dessen war sich die junge Elfe mehr als sicher und damit würde sie auch am Tor niemand aufhalten, vorausgesetzt Meister Oromis würde nicht auf den Gedanken kommen, selbst nach ihr zu suchen.
"Komm schon, Wuschelkopf. Wenn die älteren Reiter erfahren, was wir vorhaben, sind wir beide am Ende", führte Eärwen dann noch aus ehe sie sich den anderen schlichtweg am Ärmel schnappte, Elrohir noch einmal sacht streichelnd ehe sie sich gemeinsam mit dem Menschenjungen auf den Weg aus der Tür des Gasthauses machte.
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BeitragThema: Re: Gasthaus ´Zur singenden Amsel´   So Jun 01, 2014 7:53 pm

„Noah, Noah Ronan! Der Name ist wirklich nicht schwer.“ Erst jetzt fiel ihm auf, dass er sich bisher noch gar nicht vorgestellt hatte und ihn beschlich das ungute Gefühl, das er diesen Name auch künftig tragen würde, selbst wenn die Reiterin diesen nun kannte.
Er ließ sich ohne große Gegenwehr durch die Tür ziehen, wusste er doch das wenn er sich wehren würde, wohl nicht unbedingt den längeren Hebel hatte, schließlich befand sich die Elfe bereits ein paar Monate in der Ausbildung und wirkte ein gutes Stück älter als er. Schließlich gesellte sich Dovydas dennoch zu ihnen hinzu, wobei ihm nur allzu gut das mürrische Gesicht anzusehen war und bei jeder Biegung hielt er kurz inne um sie erneut zu überzeugen doch etwas anderes zu machen, doch schlug dies jedes einzelne mal fehl. Das überreden der Wachen hatte sich als erstaunlich einfach heraus gestellt. Mit dem Drachen von Eärwen auf ihrer Schulter und einem enorm häufigen Gebrach der Worte : Dringlich, Feind und Bitte hatten sie schließlich nach ein paar Minuten allesamt gesattelte Pferde, welche, als er auf dessen Rücken aufsaß, ungemein groß vorkamen, da er eine ganze Weile lang nur auf einem Esel geritten war.

tbc. : Buckel
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