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 Gebirgszug

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BeitragThema: Gebirgszug   Fr Jul 26, 2013 11:23 am

Ein Gebirgszug der sich aus dem Herzen des Beor-Gebirges in Richtung Hedarth erstreckt. Der Fluss trennt ihn von dem Rest des Bergmassives ab. Er rühmt sich mit hohen Bergen und steilen Tälern. Für Reisende keine einfache Passage.



Zuletzt von Kisara am Sa Jul 27, 2013 12:17 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Gebirgszug   Fr Jul 26, 2013 1:17 pm

Die Sonne tauchte die Berge in goldenes Licht und ließ sie atemberaubende Schatten werfen. Still, wie immer, brach die Morgendämmerung an. Das Gebirge erschien erstarrt, leblos. Die wenigen Tiere waren noch nicht aus dem Schlafe erwacht; die Zwerge lebten weit weg von hier, teils unter der Erde. Der Wind fegte sacht durch die Täler. Sowie die ersten Sonnenstrahlen in Kisaras' Höhle fielen, erwachte die Drachin aus ihrem Schlaf.

Der Morgen kommt aber auch immer schneller.

Langsam richtete sie sich auf und streckte sich. Dann ging sie zum Eingang ihrer Höhle und betrachtete die morgendliche Landschaft. Am Fuße des Berges erkannte sie zwei Berghasen, die auf dem Weg zum Tal waren. Kisara seufzte und blickte sehnsüchtig in die Ferne. Schon lange hatte sie das Gefühl, diesen Ort verlassen zu müssen, ins Unbekannte aufzubrechen. Ihr Leben war bisher viel zu eintönig und nahezu langweilig verlaufen. Die Abenteuerlust sehnte sich nach Neuem und sie hatte eine Entscheidung getroffen. Obwohl sie nicht verstand, warum sie es tun sollte, würde sie sich auf eine Reise begeben. Nichts hielt sie hier. Sie würde dem Wind in Richtung Westen folgen. Heute war der Tag gekommen, an dem sie ihren Plan wirklich umsetzten würde. Die Drachin schüttelte sich noch einmal und dann stürzte sie hinunter in die Tiefe. Die Luft sauste an ihrem Körper vorbei, erzeugte ein Prickeln auf ihrer Haut. Im Fall öffnete sie die Flügel, sodass sie problemlos in den Gleitflug überging. Einen Moment lang schien die Zeit stillzustehen, während sie das Tal unter sich beobachtete und sich von ihren Flügeln tragen ließ. Dann schlug sie ein paar mal kräftig mit diesen. Kisara stieg empor in die Lüfte und nutzte den schnellen Ostwind, um ohne große Anstrengungen den Gebirgszug hinter sich lassen zu können. Ehe die Sonne den Horizont vollends übertrat, war die Drachin bereits über dem Fluss, der in Richtung Hedarth führte.

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Caladhiel
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BeitragThema: Re: Gebirgszug   Di Apr 29, 2014 1:41 pm

Hell funkelte die Sonne über den dichten Wolken, in welchen das Beorgebirge lag und kalt blies der Wind ihr um die Ohren, ließ sie abermals frösteln während sie sich enger an die großen Schuppen ihres Bündnispartners presste, seinen gleichmäßigen Flügelschlägen lauschte, die das einzige Geräusch waren, das durch die dichte Suppe aus Nebel und Wolken drang. Der Winter machte das ohnehin kalte Beorgebirge nur umso härter, unwegsamer selbst für die Drachenreiter und all jene, die die Witterungen nicht gewohnt waren. Sie spürte das dumpfe Dröhnen, die schweren Atemzüge ihres Drachen unter ihr, dessen Blick über die Landschaft glitt und sanft streckte sie eine Hand aus, ließ ihren Geist zu dem seinen gleiten und sich mit dem ihres Drachen verbinden, um die Welt unter ihnen aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen. Die Reiterin blinzelte für einen kurzen Moment, den sie benötigte, um sich wieder daran zu gewöhnen - dann schärfte sich ihre verschwommene Sicht und sie nahm weit unter sich die rötlichen Schemen von Tieren wahr, erkannte deren Fußspuren nur umso deutlicher in dem dichten Schnee und in der Ferne glaubte sie die Gestalt eines größeren Wesen zu erkennen, das sich dort verborgen hielt und dessen Licht selbst für sie flackerte.
'Dort unten', sandte sie, wenngleich sie auch wusste, dass ihr Bündnispartner Temerairons Gestalt bereits zuvor bemerkt hatte und sie lächelte sacht als sie spürte, wie er zur Seite hin abdrehte, um einem Luftstrom zu entgleiten, der ihn sonst vom Kurs gebracht hätte und die Flügelschläge des großen, schwarzen Drachen schneller wurden als er sein Tempo beschleunigte und nur wenig später zur Landung ansetzte. Die Bäume unter ihnen bogen sich in dem Wind, welchen der Drache aufwirbelte, der Schnee trieb ihr ins Gesicht und ließ sie blinzeln ehe sie sich selbst wieder aufrichtete und von dem Rücken ihres Bündnispartners sprang, für einen kurzen Moment dort verharrend, um sich noch einmal zu orientieren ehe sie sich zurück zu Anwar wandte und ihm sacht über die große Schnauze strich. 'Danke', ließ sie ihn leise wissen, lehnte ihre Stirn für einen kurzen Moment gegen seine Nüstern und atmete noch einmal tief durch. 'Warte bitte hier. Ich weiß nicht, was Temerairon davon halten wird, wenn zwei auf ihn einsprechen ... die Angelegenheit ist sensibel genug. Er wird mir nichts tun und wenn doch, dann ruf ich dich vorher'
Sie wartete nicht auf die Antwort, kannte sie die Worte ihres Drachen doch bereits schon und lächelte ihm noch einmal sanft zu ehe sie sich umwandte, um ihren Weg durch den Schnee fortzusetzen. Der Streit zwischen dem Reiter und seinem Drachen war ihr während der Versammlung aufgefallen und der Bruch des Bündnisses, sowie die Entscheidung Temerairons waren wie ein Schnitt, den sie selbst zu ertragen gehabt hatte - Anwar hatte sie letztlich bestätigt und so war es ihr leicht gefallen, Vrael die Versammlung zu übergeben, um sich selbst auf den Weg zu machen und das zu retten, was es noch zu retten gab. Alagaesia bot zahlreiche Orte, an welchen ein Drache wie Temerairon Schutz suchen konnte, aber angesichts der Abgeschiedenheit und der Verbindung der Drachen zu Bergen war ihre erste Wahl bei der Suche auf das Beorgebirge gefallen und wie es schien hatte sie den Drachen in diesem Augenblick richtig eingeschätzt.
Als sie nun in eine Höhle trat, in welcher Anwar und sie zuvor die Gestalt des grünen Drachen wahrgenommen hatten, roch die Reiterin bereits die schwefelhaltige Luft, die der Drache ausatmete und verlangsamte ihre Schritte, ließ ihre Finger von dem Schwert gleiten und fegte mit einer einzigen Handbewegung den frischen Pulverschnee, der gefallen war, von ihrem Mantel. "Temerairon", begrüßte sie den anderen und trat langsam auf ihn zu, scherte sich nicht um das Grollen des anderen oder um seinen Missmut hier nicht allein gelassen zu werden und trat schließlich neben ihn, behutsam eine Hand ausstreckend und sie sacht auf seine grünen Schuppen legend. "Was machst du nur für Sachen?"

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BeitragThema: Re: Gebirgszug   Di Apr 29, 2014 1:59 pm

Ein lautes Schnaufen war zu hören, als sich Caladihel der Höhle näherte. Er hatte nicht erwartet das man ihn derart schnell suchen, und vor allem nach kaum einem halben Tag finden würde. Er wollte sie nicht um sich haben, Sie nicht und niemanden sonst der in dem Orden diente, doch wusste er selbst das er nicht in der Lage war, sie zu verletzten. Caladhiel war eine der gutmütigsten Seelen um Orden gewesen und gleich wie viele Probleme auf ihrem Rücken lasteten, nahm sie sich denn die Zeit für jeden Angehörigen ihres Ordens, so auch ihn. "Was wollt ihr von mir hören, das es eine Torheit war? Möglicherweise, doch gibt es nicht was an meiner Tat jetzt noch ädern kann, ebenso wenig wie mein Reiter." Mit den glänzenden Augen, die im Gegensatz zu seinen grünen Schuppen ein Saphirartiges Blau inne hatten, starrte er sie noch eine Weile lang besorgt an, legte sich letztlich jedoch nieder, auch wenn er es nicht wagte die Augen zu schließen. Von draußen hörte er den peitschenden Wind, welcher jedoch das einzige Geräusch war, das dieses Gebirge hier begleitete.
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BeitragThema: Re: Gebirgszug   Di Apr 29, 2014 2:08 pm

Caladhiel lächelte sanft über die Antwort des älteren Drachen, die in ihrem Kopf wiederhallte und welche so sehr von Schmerz und Leid begleitet war, dass es ihr die Tränen in die Augen trieb. Temerairon hatte ein solches Schicksal nicht verdient, hatte nicht verdient, dass man ihn behandelte wie einen Aussätzigen und ihn einfach so gehen ließ und eben dies war der Grund gewesen, aus welchem sie umgehend aufgebrochen war. Er gehörte zum Orden, er gehörte zur Familie, was auch immer geschehen würde und so hob sie lediglich die Hand und fuhr sacht über die großen grünen Schuppen des Drachen. "Ich will gar nichts von dir hören, Temerairon. Es ist deine Entscheidung, was du mir erzählst und was du vor mir verschweigst. Alles, was ich möchte, ist, dass du hier und jetzt nicht allein bist und dadurch noch mehr leidest", lautete dann schließlich ihre Antwort ehe sie sich kurzerhand neben ihn sinken ließ und damit deutlich machte, dass sie momentan nicht daran dachte, wieder aufzustehen und zurück zu Anwar zu kehren, welcher in einiger Entfernung auf sie wartete. Ihr eigener Bündnispartner würde ohnehin jedes einzelne Wort hören, das hier gesprochen wurde und so machte sie sich nicht die Mühe, ihm die Worte noch einmal zu übermitteln.
"Was ist passiert, Temerairon?", hakte sie dann nach einer Weile nach und lenkte ihren Blick wieder hinauf zu den großen Augen des grünen Drachen, der neben ihr auf dem Boden der Höhle lag und in dessen Blick sie all jenes Leid erkennen konnte, welches er über all die Jahre hinweg durchgestanden hatte und still erduldet hatte. Es hatte eines Tages soweit kommen müssen, das war ihr immer klar gewesen, wenngleich sie auch gehofft hatte, dass sich die beiden noch einmal zusammenraufen würden, um gemeinsam weiter voran zu kommen - jetzt war Temerairon fort und wie es Arva ging, wollte sie im Grunde genommen gar nicht genauer wissen. Er war derjenige, der sie über all die Jahre gegängelt hatte, derjenige, der immer etwas an ihr auszusetzen gefunden hatte und der letztlich alles dafür getan hätte, um sie als seine Konkurrentin aus dem Weg zu schaffen, aber das waren Zwistigkeiten zwischen Reiter und Reiter und es hatte rein gar nichts damit zu tun, was hier nun stattfand. Sie zürnte Temerairon nicht, war er doch nicht für die Fehler seines Reiters verantwortlich. "Verstehst du? Ich bin nicht hier, um dir Vorwürfe zu machen. Ich bin hier, weil ich mir Sorgen um dich mache."

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BeitragThema: Re: Gebirgszug   Di Apr 29, 2014 2:39 pm

Temerairon nickte langsam, während er sich bewusst machte, dass er nun seinen Reiter ebenso behandelt hatte, wie er ihn und somit keinen einzigen Deut besser war. Wie konnte er Jemanden verurteilen, der das gleiche Verhalten an den Tag legte wie er es inzwischen selbst tat? Schuld durchströmte ihn und hinderte ihn letztlich noch eine ganze Weile lang daran, etwas zu antworten. "Ich war erzürnt. Erzürnt darüber das mein eigener Reiter seiner Rüstung und seinem Schwert mehr Aufmerksamkeit zukommen lies als mir. Darüber das ich inzwischen mehr Kriegswerkzeug und eine schnelle Reisemöglichkeit als ein lebendes Wesen geworden bin denn außer dem Wunsch irgendetwas zu unternehmen was er gerade geplant hat, spricht er nicht. Vielleicht ist es meine Schuld das ich ihm nicht mehr beistand, schließlich ist er mit den Jahren nicht nur zu mir immer schweigsamer geworden." Erneut betrachtete er Caladihel, diesmal jedoch beinahe trösten. Er wusste um die Streitigkeiten die er mit der Hochmeisterin hatte und selbst wenn es Arva inzwischen nicht mehr bewusst war, so wusste Temerairon noch immer was in seinem Innern vorging.
"Ich hielt meine Flucht schließlich für das beste, was ich tun konnte. Für ihn und auch für mich."
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BeitragThema: Re: Gebirgszug   Di Apr 29, 2014 2:50 pm

"Es ist nicht deine Schuld, Temerairon, und das darfst du dir nicht einreden", lautete die leise Antwort der Elfe, welche die Worte des Drachen schweigend mitangehört hatte und sich ihr ganz eigenes Urteil darüber gebildet hatte. Natürlich verstand sie die Handlungen des Drachen, begriff, weshalb es ihm in erster Linie sinnvoller vorgekommen war zu fliehen, statt sich noch länger dem Reiter unterzuordnen, der den Drachen nicht zu schätzen wusste und sie mochte es sich gar nicht vorstellen, wie sehr Temerairon wohl in all den Jahren gelitten haben musste. Er hatte es nicht verdient, hatte nicht verdient hier nun in einer Höhle zu sitzen und sich selbst über das zu grämen, was er als einzige Lösung für ein Problem befand, das bereits seit Jahrhunderten zwischen ihnen stand.
"Weißt du - ich glaube Arva steht sich selbst im Weg und vergisst darüber hinaus alles, was ihm eigentlich wichtig ist. Er macht es nicht, weil er dich nicht zu schätzen weiß oder weil du ihm nichts bedeutest, aber ich denke, er sieht dich inzwischen als selbstverständlich an - so wie sein Schwertarm. Dass du jetzt gegangen bist und ihn allein gelassen hast, wird ihm hoffentlich endlich zeigen, dass er dich zu schätzen wissen soll", versuchte sie sich schließlich an einer vagen Erklärung, von der sie nicht einmal selbst wusste, ob sie der Wahrheit entsprach oder ob sie sich das Verhalten des älteren Drachenreiters damit einfach nur schön reden wollte. Arva war seit jeher schwierig gewesen, ein Querdenker, der glaubte, seine eigenen Ideen wären eine ultimative Lösung für ein Problem, das niemand sonst als solches kennzeichnete und letztlich hatte eben dieses Querdenken, die Worte des kleineren Übels, ihn aus dem Rat gebracht, hatten ihn seinen Drachen gekostet, dessen Worte nun Caladhiels Herz erwärmten, nachdem sich die Reiterin wieder aufgerichtet hatte und ihre Hand auf dem großen Hals des grünen Drachen platzierte.
"Gräm dich nicht wegen deinem Reiter, Temerairon. Das, was du getan hast, hätte jeder andere in deiner Situation ebenfalls getan - es war für dich eine einzige Lösung, um dir noch einmal Gehör zu verschaffen und deswegen wird dir niemand aus dem Orden zürnen", setzte sie noch nach und streichelte sacht über die Schuppen des Drachen, ihm noch einmal ein sanftes, beruhigendes Lächeln zukommen lassend.

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BeitragThema: Re: Gebirgszug   Di Apr 29, 2014 3:19 pm

"Beruhigend das aus deinem Mund zu hören." Antwortete Temerairon und schmiegte sich enger an die Hand seiner Reiterin, ließ ein leises Summen aus seiner Kehle hören und genoss für einen Augenblick nur die sanfte Hand die auf seinen Schuppen ruhte, vergaß für seinen Augenblick all das was ihn umgab, selbst das wofür er her gekommen war, auch wenn er dies vermutlich selbst nicht einmal gewusst hatte. Nur um zu fliehen war schlecht etwas, mit dem man all das begründen konnte. Vielleicht der Wunsch nach Frieden und nach Ruhe, nachdem er diesen mehrere Jahrhunderte lang nicht gefunden hatte.
"Ich weiß nicht ob er seine Einstellung darüber ändern wird. mag er jetzt auch erzürnt oder verbittert darüber sein das ich weg bin, ist es nicht besser als ein erneutes Schauspiel dessen, was ich bereits gesehen habe?" Mit einem leisen Seufzen legte er seinen Kopf wieder nieder, lauschte erneut die Stille die ihn umgab. "Verzeih, es beschämt mich das ich dich damit behellige - schließlich bist du diejenige, die in all den Pflichten steht, nicht ich."
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BeitragThema: Re: Gebirgszug   Di Apr 29, 2014 3:38 pm

"Es gibt nichts, das ich dir verzeihen müsste, Temerairon. Du gehörst zu dem Orden, zu meiner Familie und ich kümmere mich gern, um euer aller Sorgen. Ich kann keinen Orden organisieren, dessen Mitglieder uneins sind und es gibt wahrhaftig genug Dunkel, das uns alle bedroht. Ich werde nicht zulassen, dass dieses Dunkel mir meine Familie fortnimmt, indem ich sie einfach im Stich lasse", lautete die leise Antwort, welche Caladhiel dem älteren Drachen gab und noch einmal sanft über die leise Entschuldigung des anderen lächelte, ihre Hand auf den Schuppen ruhen lassend, weil sie bereits ahnte, dass es genau das war, was Temerairon all die Zeit über gefehlt hatte - ein wenig Zeit, jemanden mit dem er reden konnte und jemand, der ihm zuhörte, der sich an den Wünschen des Drachen orientierte und nicht einzig und allein an sich selbst dachte, so banal eben diese Wünsche auch in ihren Augen zu sein schien. Es war schwer für sie, sich vorzustellen, wie es sein mochte, die Wünsche des eigenen Bündnispartners zu ignorieren, schwer sich vorzustellen, ihn einfach vollkommen auszublenden, denn selbst jetzt spürte die Elfe die Gedanken ihres Drachen als ihre eigenen in ihrem Kopf, hörte Anwars ruhiges Brummen und die Wärme, die sie aus seinem Inneren selbst durchflutete, hörte seine Sorge um den älteren Drachen und seinen Missmut über dessen Reiter, sowie die Sorge des Bündnispartners ihr selbst gegenüber.
'Versprich mir, dass wir niemals so sein werden, An ... ich werd dich niemals im Stich lassen oder dich für selbstverständlich halten. Du bist ich selbst und ich danke allem, was mir bekannt ist, jeden Tag aufs Neue für dich', ließ sie ihren Bündnispartner im Stillen wissen, in der Furcht auch Anwar könne denken, er wäre für sie nicht mehr als ein einziger Gegenstand geworden, welchen sie hervorzog, wenn sie ihn gerade einmal brauchte. Die Furcht den Partner ihres Bundes eines Tages verlieren zu können, umschlang ihr Herz für einen kurzen Moment und ließ sie sich schaudernd an die wenigen Momente erinnern, in welchen sie von dem Drachen getrennt gewesen war - wie einsam und verlassen sie sich gefühlt hatte und wie leer ihr plötzlich ihr eigener Geist vorgekommen war, den sie sich sonst mit dem großen Drachen teilte und mit welchem ihr eigenes Bewusstsein tief verschmolzen war. Ihn zu verlieren würde für sie selbst den Tod bedeuten, das wusste sie.
"Temerairon ...", wandte sie sich erneut an den grünen Drachen an ihrer Seite und behutsam schob sie ihre Hand unter seine große Schnauze, hob sie ein Stück an und strich sacht darüber. "Ich möchte, dass du zu mir kommst, wenn du etwas auf der Seele hast. Friss es nicht mehr in dich hinein. Ich will nicht, dass einer unserer Ältesten und Gutmütigsten Drachen darunter zerbricht, dass sein Reiter ihn nicht würdigt. Du kannst jederzeit zu mir kommen."

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BeitragThema: Re: Gebirgszug   Mo Mai 05, 2014 8:08 pm

"Das werde ich." Gab er leise zur Antwort und erneut war das tiefe Grollen zu hören das sein Atem in der großen Höhle erzeugte, welcher noch ein paar hundert Meter weiter getragen wurde, bis er irgendwann im Inneren voll und ganz verhallte."Vielleicht war mein Handel ein wenig ... übereilt." Es war mehr eine kühle Feststellung als ein wirkliches Schuldgeständnis, das ehrlich von Gefühlen heraus geweckt war, doch es war zumindest etwas. So schwierig Arva auch sein mochte er war noch immer sein Reiter, er hatte ihn erwählt, also trug er in gewisser Weise eine Teilschuld an dem ganzen Malheur, dass nun entstanden war. "Ich weiß nicht wie ich mich letztlich entscheide und ob das was ich jetzt tue das richtige ist deswegen ... ich werde zurückkehren. Nach angemessener Zeit."
Nunmehr legte er den Kopf nieder und schloss erneut die Augen. Er würde Zeit brauchen um zu sehen woran er an seinem Reiter war, die Ruhe erneut schätzen lernen die ihn umgab, doch sein Wort würde er in jedem Fall halten. Caladhiel war als eines der wenigen Wesen auf dieser Welt noch nie Eidbrüchig geworden und ebenso wenig hatte er es vor, wobei das Band zwischen Reiter und Drache in gewisser Weise ebenfalls als Eid zu sehen war und wenn dies einer war, so hatte auch er einen Eidbruch begangen. "Ich schwöre euch Hochmeisterin ich werde zurückkehren und dann, nun dann werde ich versuchen das wiederherzustellen, was mir geblieben ist. Doch danke, für die Erkenntnis das meine Existenz nicht nur als Kriegsmaschine wahrgenommen wird sondern noch immer als Teil des Ordens."
Kurz darauf mischte sich die tiefe Stimme von Anwar ein, jedoch nur in dem Kopf der Hochmeisterin. "Um so zu werden, tragen wir bei weitem die falsche Einstellung im Herzen."
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BeitragThema: Re: Gebirgszug   So Okt 05, 2014 7:06 pm

Sie hatte Aiko mit auf einen der höchsten Berge des Beorgebirges gebracht, wo Anwar auf einem schneebedeckten Plateu zur Landung angesetzt hatte, um die beiden abzusetzen, nur damit er sich wenig später selbst wieder der Jagd widmen konnte und inmitten von dichten Wolken und dem Schreien der Adler verschwinden konnte. Caladhiels Blick ruhte lange auf dem Land, das sich Meter unter ihnen erstreckte - Land, auf dem so viele Menschen lebten, Zwerge, Elfen und selbst die Urgal. Dieses Land hier war die Heimat so unterschiedlicher Völker geworden und ein schmales Lächeln umspielte ihre Lippen als sie eine Hand ausstreckte und Aiko gebot, sich zu ihr gesellen, unmittelbar an jenen Abgrund zu treten, von dem sie nun kaum mehr ein einziger Schritt trennte. "Das ist es, was Euch noch vor dem Untergang dieses Reiches trennt, Aiko. Nur ein einziger Schritt und alles, woran Ihr je geglaubt hat, wird fehlschlagen - Adlige werden gegen Euch aufbegehren, weil sie nur die Schwäche in Euch sehen und Ihr lasst sie sie auch sehen. Eure Diener darauf hinzuweisen, wie wichtig eine Angelegenheit für Euch ist, treibt Euch näher zu diesem Abgrund und lässt Euch die Kontrolle weiter verlieren. Versteht Ihr das?", fragte sie lediglich, den Kummer in seinem Gesicht sehr wohl erkennend und leise darüber seufzend ehe ihr Blick wieder hinauf zu dem Himmel wanderte, der sich leuchtend blau über ihnen erstreckte.
"Die Menschen brauchen Eure Stärke und ich weiß, wie hart es ist, sich durchzusetzen. Ihr werdet Entscheidungen fällen, die Euch weh tun. Ihr werdet Entscheidungen fällen, die Ihr Euch ewig nachtragen werdet und die Euch nicht leicht fallen. Oft werdet Ihr Euch wünschen, ein anderer habe sie für Euch getroffen, weil sie Euch nachts nicht schlafen lassen. Aber das ist das Los, für das wir uns entschieden haben. Dieses Reich braucht eine starke Hand, die es führt - einen Anführer, auf den es sich stützen kann und der sich nicht weiterhin verbiegen lässt. Jemand, an den sie sich wenden können und der für sie einsteht, jemand, der sich nicht blenden lässt. Seid dieser jemand für Euer Volk - für das, was Ihr hier seht. Das ist Euer Land, Euer Volk. Jeder Einzelne von Ihnen und sie glauben an Euch", führte sie fort und legte dem anderen eine Hand auf die Schulter.
"Dieses Land besteht aus mehr als aus den Adligen, die gegen Euch angehen. Es besteht aus mehr als aus den Stimmen der Verleumdung und ich schwöre, ich werde an Eurer Seite stehen und für Euch stark zu sein, wenn Ihr diese Stärke braucht. Richtet Euch auf, Aiko - in Euch ist mehr als das, was Ihr bislang gezeigt habt. Ihr habt einen Traum - lasst ihn wahr werden. Kämpft dafür."

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BeitragThema: Re: Gebirgszug   So Okt 05, 2014 7:22 pm

Aiko spürte wie trotz aller Anstrengung dagegen anzukommen kleine Tränen seine Wangen hinunter krochen und dort direkt zu Eis erstarrten. Der König und Kaiser fuhr sich mit dem Daumen über die Wange und brach so das Eis von seiner Haut, ehe er einen kleinen Schritt nach vorne machte und seinen Fuß über der Kante in der Schwebe hielt. Es war ein unsicheres Gefühl, ein Gefühl des baldigen Fallens, welches er in den letzten Nächten nur zuoft erlebt hatte. Caladhiel hatte recht - dies war genau das was ihm bevorstand.
Sie hatte gesagt er müsse schwierige Entscheidungen treffen. Entscheidungen die niemand treffen wollte, die aber getroffen werden mussten und wenngleich man ihm dies bereits oft prophezeiht hatte - hier am Abgrund kurz vor dem Ende seiner eigenen Sterblichkeit schien ihn dieser Ruf zu erreichen. Nur langsam zog Aiko den Fuß wieder zurück und schloss die Augen, spürte den Wind der an ihm zerrte, ihn auf den Abgrund zutreiben wollte. Ein bitteres Lächeln zeichnete sich auf sein Gesicht, wurde dann jedoch weicher während Aiko sich zu Caladhiel umwandte. "Ich werde in meinen eigenen Reihen aufräumen müssen nicht wahr? doch er ließ diese Frage unbeantwortet, ging langsam wieder zu dem großen Drachen zurück und legte eine Hand an das riesige, schuppige Bein. "Danke, dass ihr mir das hier gezeigt habt"
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BeitragThema: Re: Gebirgszug   So Okt 05, 2014 7:34 pm

"Zeigt den Menschen, die an Euch zweifeln, was wirklich in Euch steckt. Zeigt den Menschen Eures Landes, dass Ihr es wert seid, an Euch zu glauben und beweist, dass diese ganzen Adligen nicht die Macht haben Euch zu stürzen. Über all Eure Selbstzweifel, über all die Furcht und über all den Wunsch, es allen recht zu machen, habt Ihr vergessen, der König zu sein, der Ihr nun einmal seid, Aiko", ließ sie noch folgen und schüttelte sacht den Kopf, um seinen Dank bei Seite zu fegen, den er ausgesprochen hatte und den sie dennoch nicht verdiente. Der Schwur der Drachenreiter war es, die Unschuldigen zu beschützen und das Reich Alagäsia vor allen Gefahren und Feinden, von innen wie auch von außen, zu beschützen - im Angesicht des sicheren Todes, der jeden von ihnen eines Tages ereilen würde. Sie hatten einen Schwur, ein Versprechen geleistet, das sie nicht länger verdrängen durften und für einen kurzen Moment lang schloss sie die Augen und sandte ihren eigenen Geist aus, um Oromis und Vrael zu erreichen. Es war wichtig, dass die Städte errichtet wurden - dass die Menschen Nardas, die Baumeister anderer Länder, Architekten und Handwerker in andere Städte gingen, um jenes Wunder, das einstmals Narda hatte groß werden lassen, auch in anderen Städten des Reiches zu verwirklichen.
"Meine Männer sind auf dem Weg. Handwerker, Baumeister, Architekten und Künstler - sie werden Euren Städten helfen, aufs Neue zu blühen und den alten Glanz wieder zurück zu erlangen. Das ist es, was ich momentan für euch tun kann. Ich werde den Kampf in Solandra beenden, um Euch nicht dazu zu zwingen, Eure Männer in den Krieg zu senden und ich werde Eure Soldaten unterrichtet, wenn Ihr es wünscht. Ihr braucht diese anderen Reiche nicht, von ihnen haben wir bislang nur Blut und Verderben erfahren - Alagäsia hat bereits so vieles überstanden, wenn nur alle Völker Seite an Seite gestanden haben und vielleicht unterstützen Euch sowohl die Elfen, als auch die Zwerge, wenn Ihr beweist, dass Ihr jener Hoffnungsträger seid, den sie in Euch gesehen haben."

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BeitragThema: Re: Gebirgszug   So Okt 05, 2014 8:16 pm

Die Elfen, die Zwerge, die Menschen und die Drachen mit ihren Reitern. All diese Völker würden wahrlich genügen um sämtliche Gefahr, jede Armee und alle noch so starken Feinde zu bezwingen. Das er selbst niemals daran gedacht hatte all jene unter einem Banner - unter einer Hoffnung zu vereinen. Aiko lächelte nunmehr seit langer Zeit zum ersten Mal voller Ehrlichkeit und gänzlich ungezwungen. Die kalte, dünne Luft hier oben auf dem Berggipfel war erfrischend und belebte auf eine seltsame Art und Weise. Der Sturm zerrte an seiner Kleidung und ließ die langen Ärmel im Wind knattern. "Ich will noch mehr sehen Caladhiel. All die Wunder, die dieses Land bereit hält. Nicht die Prunkbauten und Parkanlagen der Adligen. Ich will das wahre Alagaésia sehen. So wie ihr es seht. Ich will verstehen
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Gebirgszug
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